Der SAT.1 FILMFILM

Die Schauspieler über ihre erste Zusammenarbeit im SAT.1 Film "Und weg bist Du"

Interview: Annette Frier und Christoph Maria Herbst

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Annette Frier, wie würden Sie die Figur der sterbenskranken Jela in "Und weg bist Du" charakterisieren?

Annette Frier: "Positiv, humorvoll und ziemlich ratlos."

Christoph Maria Herbst, Sie spielen den Tod in "Und weg bist Du". Fiel Ihnen die Rolle leicht?

Christoph Maria Herbst: "Je vielschichtiger und weiter entfernt eine Rolle von mir ist, desto leichter ist der Zugang. Ich kann dann einfach besser drauf los phantasieren und das eigentlich kaum Denkbare ausprobieren."

Wie schnell haben Sie sich für die Rolle entschieden, als sie Ihnen angeboten wurde?

Christoph Maria Herbst: "Wie der Blitz. Das Buch hatte mich begeistert und berührt. Sich einem so komplizierten und tabuisierten Thema mit den Mitteln einer Tragikomödie zu nähern, ist unerhört und ungeheuer spannend. Hier wird nicht mit Schmalz auf der Mitleidsschiene gefahren, sondern eine Frau erzählt, die mitten im Leben steht und dem Tod eine lange Nase dreht."

War die Rolle der Jela bisher Ihre anspruchsvollste und wie schnell haben Sie sich für sie entschieden?

Annette Frier: "Ganz sicher eine der größten Herausforderungen bisher. Der erste Impuls war eine klare Zusage, dann war ich plötzlich unsicher wegen der Tragweite des Themas, dann aber umso entschiedener, die Rolle zu spielen."

Herr Herbst, Sie tragen im Film die Farbe Schwarz und eine schwarze Langhaar-Perücke. Hilft das Kostüm, sich besser in die Rolle rein zu finden?

Christoph Maria Herbst:  "Unbedingt. Der Mantel erinnerte mich außerdem immer an die Robe, die ich früher als Ministrant bei Beerdigungen trug. Ich war also sozusagen gleich im Thema. Noch wichtiger scheinen mir aber die blauen Linsen zu sein, die ich trage. Erst sie sorgen für die nötige Kühle."

Wäre der Tod in "Und weg bist Du" sympathisch für Sie beide?

Annette Frier: "Sieht man das nicht?! Das ist der Herbst!

Christoph Maria Herbst:  "Nun ja, ein zaudernder, zerknirschter Tod, der mehr vom Leben redet als von seiner eigentlichen Kompetenz, kann nur sympathisch sein. Wenn ich’s aber recht bedenke, würde ich mir wünschen, dass mein persönlicher Tod gefälligst seinen Job macht und nicht rumeiert."

Der Film beinhaltet viele komödiantische Elemente. Wie viel Humor steckt in Ihrer Figur?

Annette Frier: "Humor ist genau das, was diese Frau so lange am Leben hält."

Christoph Maria Herbst:  "So viel, wie ich ihr gebe. Das war während der Arbeit immer eine Gratwanderung, wie viel Zucker man dem Affen gibt. Das rechte Maß ist gerade bei dieser Rolle wichtig, um sie zum einen lebendig genug und ein Stück sympathisch zu erzählen, und zum anderen, sie nicht zu skurril zu machen, weil sie dann zum Trottel wird."

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Uwe Ochsenknecht hat einen Cameo-Auftritt: Er weigert sich, in einem Zwiegespräch mit dem Tod zu sterben. Wie stellen Sie sich ein Streitgespräch mit dem Tod vor?

Annette Frier: "Sehr menschlich und deswegen chancenlos."

Christoph Maria Herbst: "Dieses Gespräch kann ich nur verlieren, da er sicher am längeren Hebel sitzt. Deswegen würde ich niemals mit ihm verhandeln."

Kaum zu glauben, aber Sie standen zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera - und das als Liebespaar. War das längst überfällig?

Christoph Maria Herbst: "Ob zwingend als Liebespaar, weiß ich nicht. Aber Zeit wurde es. Das stimmt. Das Ergebnis ist, dass sie einen neuen Fan hat."

Annette Frier: "Liebespaar ist in dem Zusammenhang ganz schön mutig.Die Zusammenarbeit war großartig. Ich bewundere Christoph für seine Präzision, seine Stilsicherheit und seine Schnelligkeit. Der Typ ist ein Knaller!"

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