Staffel 1, Folge 4: Der Tote
Das Abitur ist der höchste Schulabschluss, den man in Deutschland erreichen kann. Auch als Reifeprüfung bezeichnet, befähigt das Abitur zum Studium an einer Universität oder Hochschule. Die Fachhochschulreife gewährt Zugang zu Studienfächern einer Fachhochschule.
Die Abiturprüfung ist für jede Schülerin und jeden Schüler eine große Herausforderung. In ausgewählten vier bis fünf Fächern werden so die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen geprüft. Die Noten der schriftlichen und mündlichen Prüfungen fließen in die Abiturnote mit ein.
Die Abiprüfung ist nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer aufregend. Schließlich können sie auf diese Art erfahren, wie gut sie ihre Klassen unterrichtet haben. Die Schüler haben in einem Prüfungsfach auch die Möglichkeit, durch eine Jahresarbeit die Abiprüfung zu ersetzen.
Während der Abiturprüfung ist es wichtig, konzentriert bei der Sache zu bleiben und nicht zu nervös zu sein. Da helfen Vitamine, Traubenzucker, Wasser und kleine Pausen zwischendurch. Gelassenheit und ein klarer Kopf sollte ebenfalls bewahrt werden.
Monatelang bereiten sich Schülerinnen und Schüler auf die wichtigste Prüfung ihrer Schulzeit vor. Innerhalb einiger weniger Stunden ist diese vorbei. Dabei heißt es für die Prüflinge, keinen Blackout zu erleben. Ist man mit der schriftlichen Prüfung nicht zufrieden, kann man auf Wunsch im selben Prüfungsfach eine zusätzliche mündliche Prüfung ablegen.
Der Druck, der vor einer Abiturprüfung auf den Schülern und Schülerinnen lastet ist enorm. Während der Lernzeit sollte man sich deshalb immer wieder mit Freizeitbeschäftigungen und Sport ablenken, um den Körper und den Geist fit zu halten. Schließlich wäre ein Burnout vor der Prüfung keine schöne Sache.
Als Belohnung für die harte Plackerei winkt dem Abiturienten das Abschlusszeugnis, das ihm als Eintrittskarte in die Universität bzw. Hochschule dient. Die Note setzt sich dabei aus den Prüfungs- sowie den Leistungs- und Grundkursnoten zusammen. Sie gilt bei vielen Studienfächern als das wichtigste Zulassungskriterium.
Ganz traditionell findet in den Tagen nach der Abiturprüfung der Abistreich statt. Dazu gehören sowohl die Eroberung der Schule durch die Abiturienten als auch Schüler-Lehrer-Spiele und natürlich auch die Abi-T-Shirts und die Abizeitung.
Dass das Abitur vorbei ist, wird vielen erst bei ihrer Abifeier bewusst. Ein sehr wichtiger und prägender Lebensabschnitt geht zu Ende. Die Freude am Abitur begleitet eine starke Melancholie. Doch das Feiern steht im Vordergrund. Schließlich gilt es, noch so viel Zeit wie möglich mit den Schulfreunden zu verbringen.
Es kann schließlich sein, dass man sich nicht mehr so oft sieht. Die Klassengemeinschaft wird so nicht weiterbestehen. Deshalb sollte man nach dem Abitur noch mal gemeinsam die Sau rauslassen und den Abistress richtig wegfeiern.
Viele nehmen sich nach dem Abitur erst mal Zeit für sich und gehen alleine oder mit guten Freunden auf eine Rucksackreise. Als Rucksacktourist gibt man nicht so viel Geld aus und ist im Notfall flexibler und freier in der Entscheidung. Viele wollen erst mal die Welt sehen, bevor sie sich in einen Beruf oder ins Studium stürzt.
Die meisten gehen daher ins Ausland. Südostasien, Mittel- und Südamerika sowie Australien werden besonders gerne von Abiturienten bereist. Manche unternehmen ganze Fahrradtouren durch fremde Länder oder Pilgern auf dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela.
Zelten und Campen gehört zu einer Rucksackreise genauso dazu wie das Sammeln von Erfahrungen und das Kennenlernen fremder Kulturen und Menschen. In dieser Zeit kann man den Kopf freikriegen, sich selbst besser kennen lernen, ordnen und sortieren, um dann mit frischem Verstand eine Lehre oder ein Studium zu beginnen.
Bis 2011 galt in Deutschland die Wehpflicht. Demnach mussten junge Männer entweder den Wehrdienst oder einen Wehrersatzdienst leisten. Der Zivildienst war die häufigste Form des Wehrersatzdienstes, bei dem der Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen abgelehnt werden konnte.
Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist der seit 2011 eingeführte Ersatz des Wehdienstes. Dieser ist, wie der Name schon sagt, freiwillig und auch für Erwachsene über 27 Jahren offen. Hier kann man soziale Kompetenzen ausbauen und sich sozial engagieren.
Bereits kurz nach dem Abitur oder am besten schon vorher sollte man sich Gedanken über die berufliche Zukunft machen. Die Agentur für Arbeit bietet mit dem Berufsinformationszentrum (BIZ) eine gute Möglichkeit, sich über verschiedene Berufszweige und Studienrichtungen zu informieren.
Informiert man sich rechtzeitig über einen Beruf, den man ausüben möchte, kann man sich früh um Praktika, eine Lehrstelle oder einen Studienplatz kümmern. Sobald man sich entschieden hat, sollte man nicht lange zögern. Schließlich gilt es hier, den Bewerbungszeitpunkt nicht zu verpassen.
Bei einem Studium ist nach der Wahl des Faches häufig das wichtigste Kriterium die Stadt, in der man studieren möchte. Manchmal muss man verschiedene Hürden überwinden, wie einen hohen NC oder fehlende Sprachen. Bei manchen Fächern kann man diese jedoch im Studium nachholen, wie zum Beispiel Latein.
Die Uni und das Studienfachach sollte man sich genau aussuchen. Schließlich sind in vielen Hochschulen und Universitäten die Seminare und Vorlesungen überfüllt. Man muss also aus Überzeugung und mit viel Elan in ein Studium gehen, um nicht schnell die Lust am Stoff zu verlieren.
Es gibt also viele Möglichkeiten, die Zeit nach dem Abitur sinnvoll zu nutzen. Auch wenn man sich nicht gleich ins Studium oder in die Lehre stürzt, kann man viel Erfahrung sammeln und seinen Charakter formen. Im Beruf sind schließlich nicht nur die fachlichen, sondern genauso die zwischenmenschlichen und persönlichen Kompetenzen wichtig.
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