- Bildquelle: Coldplay © Coldplay

Chris Martin und seine Collegefreunde Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman alias Coldplay sind unbestreitbar eine der erfolgreichsten Bands der Welt. Ihre Platten verkaufen sich auf dem gesamten Planeten, ihre Stadionkonzerte sind perfektes Entertainment – und man muss trotzdem lange suchen, bis man jemanden findet, der etwas Böses über Chris Martin sagt. Was nicht nur an seinem immer noch bubenhaften Charme liegt, sondern auch an seinem feinen Understatement, mit dem er auf die Karriere seiner Band blickt. So sagte Chris Martin im Frühjahr bei einem Interview mit der BBC über den Produzenten ihres neuen Albums Max Martin: „Ich weiß, dass Max viel erfolgreicher ist, als wir es sind. Es war also eine große Ehre, dass er mit uns arbeiten wollte.“

Das ist bescheiden – aber auch nicht gelogen. Denn Max Martin hat wie kaum ein anderer die Popwelt der letzten Jahrzehnte geprägt. Seine Produktionen für Britney Spears, Justin Timberlake, Ariana Grande und The Weeknd und viele andere haben diese Künstler teilweise erst in die Erfolgs-Sphären geschossen, in denen sie heute unterwegs sind. Auf Max Martins Kappe gehen zum Beispiel „… Baby One More Time“ von Britney Spears, „Shake It Off“ von Taylor Swift, „Can’t Feel My Face“ von The Weeknd, „Roar“ von Katy Perry, „Can’t Stop The Feeling“ von Justin Timberlake, „I Want It That Way“ der Backstreat Boys und noch viele andere.

Max Martin als Produzenten zu wählen, ist für eine Band wie Coldplay, die ihre Karriere mit klassisch instrumentiertem Britpop startete, also ein bewusster Move in Richtung Pop.

Das beweist auch aktuelle Single „My Universe“, mit der Coldplay gerade die Charts aufmischen. Der Song entstand mit der erfolgreichsten Boyband des Planeten: BTS. Eine Rechnung, die musikalisch und kommerziell aufging. Denn BTS sagten in einer Doku zur Entstehung des Songs, dass sie schon immer große Coldplay-Fans waren und die Shows der Band auch BTS inspiriert haben. Und Chris Martin zeigt sich als demütiger und begeisterter Fan dieser koreanischen Band, die weit mehr ist als bloß eine Boygroup, wie man sie hierzulande kennt. „Ich liebe sie und wir lieben sie und es war die reinste Freude“, schwärmte Chris Martin im Interview mit Zane Lowe bei Apple Music One über die Zusammenarbeit mit BTS. „Daher bin ich einfach nur unverschämt dankbar für den Song, für die Person, die diesen Song inspirierte und für die Leute, die ihn mit uns singen.“

„Music of the Spheres“ gönnt sich trotz der Hitsingles wie „My Universe“ und „Higher Power“ ein versponnenes, liebevolles Albumkonzept. Alle Songs zieht es lyrisch und musikalisch in Richtung Weltall. Chris Martin sinniert über die Weite des Universums, über die Dinge, die es dort zu entdecken gibt, aber auch über die universelle Liebe, die vielleicht überall dort zu finden ist, wo es Leben gibt. In einem frühen Posting zum Album, heißt es: „Everyone is an alien somewhere.“

 

Auch musikalisch bleiben Coldplay ambitioniert. Unter den zwölf Songs gibt es sphärische Zwischenspiele, die als Songnamen Emojis haben wie ✨ oder ♾️. Und es gibt den großartigen Albumcloser „Coloratura“, eine zehn Minuten dauernde Komposition, die als Pianoballade beginnt und zwischendurch Gefilde wie Ambient und Progrock bereist.

Man darf sich schon jetzt auf die Zeit freuen, wenn Coldplay ihre Lieder und ihre Reisen ins All auf den größten Bühnen des Landes vorstellen können. Einen kleinen Vorgeschmack gab es schon kürzlich bei Prosieben in Concert, wo sie vor ausgewähltem Fan- und Pressepublikum mit viel Leidenschaft zeigten, warum sie von so vielen Menschen auf der ganzen Welt geliebt werden.

Das offizielle Video