- Bildquelle: German Popp © German Popp

Eloy de Jong war der schöne Blonde unter den vier schönen Jungs der Boyband „Caught in the Act“, die in den Neunzigern mit Musik-Phänomenen wie „Take That“, „Backstreet Boys“ oder „Boyzone“ konkurrierte. De Jong war schon in dieser schillernden Welt eine besondere Figur: Er outete sich 1999 gemeinsam mit seinem damaligen Freund Stephen Gateley von „Boyzone“ (der leider 2009 verstarb) als homosexuell – ein mutiger Schritt in dieser strikten, durchkommerzialisierten Boyband-Welt, in der den jungen, oft weiblichen Fans verkauft werden sollte, dass all diese schönen Männer natürlich heterosexuell und solo sind. Aber de Jong überraschte auch später in seiner Karriere immer wieder: 2004 startete er als Solosänger mit englischen Songs, 2015 gab es ein kleines Comeback von „Caught in the Act“ – und schließlich konzentrierte er sich immer mehr auf seine deutschen Fans. Dass er sich dann 2018 aus dem Stand mit dem Album „Kopf aus – Herz an“ als große Schlagerstimme etablierte, hätte ihm nicht jeder zugetraut.

 

Aber auch hier geht Eloy de Jong sehr entschlossen seinen eigenen Weg. In diesem Jahr erschien das Album „Auf das Leben – fertig – los!“, das nicht nur seine Gesangsqualitäten und seinen charmanten Akzent sehr schön inszeniert, sondern auch beweist, dass sein Zugang zum Schlager ein sehr persönlicher ist. Was gar nicht so selbstverständlich ist in einem Genre, das ja oft auf sehr bekannte Bilder und Geschichten setzt.

 

Die aktuelle Single „In den Sternen“ zeigt das sehr gut. Die atmosphärische Ballade thematisiert die Trauer, den Verlust eines geliebten Menschen – und ist laut de Jong allen Verstorbenen gewidmet. Eloy de Jong selbst widmet das Lied seinem „Sternenkind“ Milon – so nennt man Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Eloy de Jong hat mit seinem Partner Ibo und einer guten Freundin, die das Kind zur Welt brachte, die Co-Elternschaft einer Tochter. Indy heißt sie – und hätte eigentlich auch einen Zwillingsbruder namens Milon gehabt, der es jedoch leider nicht auf die Welt schaffte. Hier singt de Jong nun darüber, wie er mit dieser Trauer umgeht, wenn sie ihn befällt: „Und ich schäm' mich meiner Tränen nicht / Denn sie zeigen, was ich fühl' / Ich gehe meinen Weg entlang / Dreh mich manchmal um.“ Ein zwar traurige, aber positive Botschaft, die jeder nachfühlen kann, der mal einen geliebten Menschen zu früh verloren hat.

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