Es ist nur im ersten Moment ein Widerspruch, dass Johannes Oerding im Video zu seiner neuen Single „Ungeschminkt“ eigentlich das Gegenteil ist: Der Clip beginnt nämlich damit, dass sich Oerding an einen Schminktisch setzt, Haare und Bart abrasiert und dann langsam, konzentriert und liebevoll beginnt, sein Gesicht zu pudern, Lippenstifft aufzutragen, die Brauchen zu machen. Am Ende dieser Verwandlung trägt er ein edles Kleid, hohe Absatzschuhe, lange Fingernägel und eine rote, langhaarige Perücke. Das Video sei ein Appell zu sich und seiner Lebensphilosophie zu stehen und das ruhig auch mit mutigen Entscheidungen durchzusetzen, sagt Oerding zuvor. In einer Botschaft an seine Fans erklärt er: „Der Song 'Ungeschminkt' ist auf den ersten Blick ein kleines Liebeslied, aber auf den zweiten befasst er sich auch mit Akzeptanz und Toleranz in unserer Gesellschaft. Insbesondere, wenn es um die äußere Oberfläche geht, die in meinen Augen viel zu wichtig geworden ist." In einem Interview sagte er außerdem: „Manchmal hat man das Glück,

in wenigen Minuten und in wenigen Zeilen ein Gefühl genau auf den Punkt zu bringen.

‚Ungeschminkt‘ ist ein Liebesbrief, der sich wie von selbst geschrieben hat.“ Das unterstreicht auch der starke Text, der unserer oft mit fluffigen Filtern behangene Instagram-Welt eine Hymne auf die kleine Fehler entgegenstellt: „Zeig mal her, die kleinen Kratzer / Hab ich doch längst gesehen / Wenn du willst, zeig ich dir meine / Ich kann dich gut verstehen / Jeder Riss und jeder Fleck sind deine Special Effects.“

„Ungeschminkt“ ist – um im Bild zu bleiben – ein Special Effect der neuen Edition seines Erfolgsalbums „Konturen“. Die Doppel-CD erscheint am 23. Oktober und enthält neben diesem Song den ebenfalls neuen „Ketten“. Dazu gibt es ein Bonus-CD mit ausgewählten und in intimer Atmosphäre eingespielten Akustikversionen, wie man sie zuletzt bei seinen „Lagerfeuer Acoustics“-Konzerten im Hamburger Stadtpark erleben konnte.

Das offizielle Video