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Blutüberströmt fand ein kleiner Junge seine Mutter auf dem Bett in der Wohnung im Hamburger Stadtteil Altona - einen Tag vor Nikolaus. Am Donnerstag hat die Staatsanwaltschaft nun Haftbefehl gegen den Ehemann der 42-Jährigen erlassen. Ihm werde Totschlag vorgeworfen, sagte eine Sprecherin. Rettungssanitäter hatten laut Polizei Kopfverletzungen und mehrere Schnittverletzungen am Körper der Frau festgestellt, nachdem der 11-jährige Sohn sie leblos im Schlafzimmer der Wohnung entdeckt hatte. In dem Haushalt lebten insgesamt vier Kinder, hieß es.

Das Paar lebte getrennt. Den 49-jährigen Ehemann nahm die Polizei noch am Abend im Stadtteil Dulsberg fest. Das Motiv des Deutschen ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch unklar. Die Mordkommission habe die Ermittlungen zu den Hintergründen des Verbrechens übernommen. Die Polizei geht davon aus, dass sich die Tat am Mittwochvormittag ereignete. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes sowie der Kinder- und Jugendnotdienst betreuten die vier Kinder im Alter zwischen 7 und 18 Jahren.

Gewalt gegen Frauen 

Erst vor einer Woche hatte die Hamburgische Bürgerschaft über Gewalt gegen Frauen debattiert. Allein in diesem Jahr seien in Hamburg sechs Frauen durch ihren Partner oder Expartner zu Tode gekommen, hatte die Linksfraktion damals berichtet.

Nach Zahlen des Bundeskriminalamtes versucht im Schnitt jeden Tag ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Im vergangenen Jahr starben dabei deutschlandweit 147 Frauen. Hinzu kommen Tausende Fälle von Vergewaltigung, Körperverletzung, Stalking und sexueller Nötigung. Fast 140 000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt. Die Dunkelziffer ist weitaus höher.