Lawinen sind keine Seltenheit, werden aber unterschätzt. Pro Jahr gehen laut Schätzungen rund eine Millionen Lawinen weltweit ab. Die Schneebretter erreichen Geschwindigkeiten von über 300 km/h. Zwei von drei Menschen, die von der Naturgewalt überrollt werden, überleben das Unglück nicht. 

Wie vermeidet man einen Lawinen-Unfall? 

Um nicht erst in eine Notsituation zu kommen, müssen Wintersportler die Risiken für einen Lawinenabgang einschätzen können. Risikogebiete sind unbedingt zu meiden. Der Deutsche Wetterdienst und der Deutsche Alpenverein informieren tagesaktuell im Lawinenlagebericht. Wer regelmäßig Wintersport betreibt, kann sich zudem in Lawinenkursen schulen lassen. Skifahrer sollten es vermeiden, alleine in den Hochschnee aufzubrechen. Außerdem sollten sie niemals ausgewiesene Pisten verlassen, damit sich keine Lawinen lösen. 

Die wichtigsten Tipps: So erhöht man die Chancen, eine Lawine zu überleben 

Die Kraft einer Lawine ist unberechenbar. Doch mit dem richtigen Verhalten lässt sich das Risiko für einen tödlichen Ausgang reduzieren. Wer in eine Notsituation gerät, sollte folgende 3 Grundregeln beachten: 

Wenn die Lawine abgeht, sollten Sie versuchen, stehenzubleiben. Wenn Sie mit der Lawine mitgleiten, versuchen Sie im 45-Grad-Winkel an den Rand der Lawine zu fahren. Machen Sie durch lautes Rufen auf sich aufmerksam.

Sind Sie mit dem Schneebrett ins Rutschen gekommen, sollten Sie die Skistöcke sofort wegwerfen, um sich nicht zu verletzen. 

Versuchen Sie, mit Schwimmbewegungen an die Oberfläche der Lawine zu kommen. Halten Sie die Hände gewölbt vor Mund und Nase, damit die Atemwege durch den dichten Schnee nicht verstopften. 

Durch Lawine verschüttet: Auf die Tiefe kommt es an

Ob ein Verschütteter bei einem Lawinenunglück ums Leben kommt, hängt davon ab, wie tief er verschüttet ist. Die meisten Menschen liegen in einer Tiefe von 1 bis 1,5 Metern unter der Oberfläche. Weil der schnell komprimiert ist, ist das lebensgefährlich. Es fehlt an Sauerstoff, der Schnee lastet auf dem Brustkorb und der Druck verhindert die Durchblutung der Extremitäten, weswegen Arme und Beine erfrieren. Die Betroffenen sollten mit ihren Kräften haushalten, um bis zur Rettung bewegungslos ausharren zu können. 

Retter müssen bei einer Verschüttung schnell sein 

Nach einem Lawinenabgang müssen Retter schnell handeln. Nach etwa 15 Minuten sind die meisten Lawinenopfer bereits erstickt. Doch die Rettung ist ein Kraftakt. Um einen Menschen aus einer Tiefe von einem Meter zu bergen, bewegen die Helfer etwa ein Gewicht von einer halben Tonne.