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Die großen Gewerkschaftsverbände der Niederlande haben mit deutlichen Mehrheiten einer umfassenden Rentenreform zugestimmt. Beim Niederländischen Gewerkschaftsbund (FNV) sprachen sich 76 Prozent und beim Christlich Nationalen Gewerkschaftsbund (CNV) 79 Prozent der Mitglieder für das nach jahrelangen Verhandlungen mit der Regierung Anfang Juni präsentierte Paket aus. Das teilten die Verbände am Samstag mit.

Ministerpräsident Mark Rutte begrüßte das Ergebnis. "Das ist eine gute Nachricht für die Niederlande." Nun müssten Gesetze entsprechend der Neuregelung möglichst rasch angepasst werden. In der kommenden Woche stimmt noch die kleinere Gewerkschaft VCP ab. Er hoffe, dass es dort ein "gutes Ergebnis" geben wird, sagte Rutte nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP.

Rentenalter soll langsamer steigen

Auch Unternehmerverbände lobten die Zustimmung der Arbeitnehmer. Nun sollten die Vereinbarungen möglichst rasch und sorgfältig umgesetzt werden, erklärten Sprecher. Sozialminister Wouter Koolmees hatte das Paket zuvor als ein "ausgewogenes Ergebnis für jung und alt" bezeichnet.

Zentral bei der Reform ist das Renteneintrittsalter. Das soll weniger schnell steigen, als bisher geplant. Demnach bleibt das Eintrittsalter bis 2022 bei 66 Jahren und vier Monaten, danach steigt es stufenweise auf 67 Jahre bis 2024. Das ist drei Jahre später als zurzeit festgelegt.

Vorerst keine Kürzung der Rente

Arbeitnehmer mit schwerer körperlicher Belastung bekommen die Möglichkeit, früher aufzuhören. In der Endphase der Verhandlungen hatten Gewerkschaften mit Streiks den öffentlichen Verkehr im Land lahmgelegt, um Druck für eine Senkung des Rentenalters zu machen.

Auch für die Rentenfonds, die die Betriebsrenten auszahlen, wird sich viel ändern. Sie müssen weniger hohe Reserven anlegen und können daher die Rentenzahlungen bei ausreichenden Erträgen schneller erhöhen. Dadurch wird auch eine drohende Kürzung der Renten im nächsten Jahr abgewendet.