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Vier Tage nach der Pleite gegen den FC Bayern München hat Bayer Leverkusen mit einer couragierten Leistung beim 1:1 in der Fußball-Europa League gegen Betis Sevilla gute Chancen auf den direkten Achtelfinaleinzug. Der Bundesliga-Dritte hat mit 7 Punkten seine Tabellenführung in der Gruppe G erfolgreich verteidigt und kann sich mit einem Sieg im Rückspiel gegen die punktgleichen Spanier eine gute Ausgangsposition erspielen. Vor 40.000 Zuschauern im Estadio Benito Villamarin in Sevilla rettete Robert Andrich mit seinem Treffer in der 82. Minute das 1:1, zuvor hatte Borja Iglesias (75.) die Gastgeber mit einem verwandelten Strafstoß in Führung gebracht.

Bayer-Trainer Gerardo Seoane hatte sein Team für die 40. Europapokalpartie gegen eine spanische Mannschaft und die erste gegen Betis gleich auf sechs Positionen verändert. In Youngster Florian Wirtz, der zuletzt Probleme mit der Bauchmuskulatur hatte, und Patrik Schick blieben die besten Torschützen zunächst auf der Bank, kamen aber beide in der Schlussphase zum Einsatz.

Bayer Leverkusen verschludert viele Chancen

Bei hochsommerlichen Temperaturen in der andalusischen Hauptstadt fand die Bayer-Elf gut ins Spiel und kam vor allem über die Flügel mit den schnellen Außenspielern Karim Bellarabi und Moussa Diaby zu guten Tormöglichkeiten. Lucas Alario traf nur den Querbalken (11.), zuvor vergab Diaby nach einem Konter.

Der Tabellenachte der spanischen Liga, der nur eines der vergangenen acht Pflichtspiele zuvor verloren hatte, tat sich mit acht neuen Spielern im Team zunächst schwer und hatte Probleme mit dem Tempo der Leverkusener, die allerdings ihre Chancen nicht konsequent nutzten. Auch Betis nutzte zwei gute Möglichkeiten durch Aitor Ruibal (24.) nach einem Abpraller von Bayer-Keeper Lukas Hradecky und Borja Iglesias (42.) nicht.

Die Gastgeber korrigierten die läuferische Unterlegenheit personell und brachten auf den Außenpositionen zwei neue Kräfte, die auch das Offensivspiel belebten und die Leverkusener Abwehr und Torhüter Hradecky zunehmend unter Druck setzten. In der turbulenten Schlussphase unterlief Bayers Rechtsverteidiger Jeremie Frimpong ein unglückliches Handspiel, den fälligen Strafstoß nach Video-Beweis verwandelte Borja Iglesias. Doch Bayer blieb dran und kam durch Andrichs abgefälschten Schuss zum Punktgewinn.

Eintracht Frankfurt besiegt Olympiakos Piräus

Eintracht Frankfurt konnte mit einer vor allem in der ersten Halbzeit berauschenden Leistung die Krisenstimmung am Main erstmal stoppen. Die Hessen setzten sich in der Gruppe D zuhause 3:1 gegen den griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus durch und übernahmen die Führung in der Gruppe.

Rafael Borré gelang in der 26. per Foulelfmeter die Führung. Nach dem Ausgleich kurz danach durch Youssef El-Arabi (30.) per Handelfmeter brachte Almamy Touré (45.+3) noch vor der Pause vor 35.000 Zuschauern wieder in Front. Für die Entscheidung sorgte Daichi Kamada (59.).

Mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel in der Europa League gab die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner auch eine Antwort auf den desolaten Auftritt in der Meisterschaft zuletzt gegen Hertha BSC. Piräus hatte in dieser Saison bis dahin wettbewerbsübergreifend noch kein Spiel verloren.

Nur ein paar Minuten brauchte die fast zur Hälfte im Vergleich zum 1:2 gegen den selbst kriselnden Hauptstadtclub veränderte Elf gegen Piräus. Dann aber bestimmten die ganz in schwarz gekleideten Eintracht-Feldspieler das Spielgeschehen und erhöhten den Druck auf das Tor der Gäste, die als zweimaliger Gruppensieger und Gruppenspitzenreiter angereist waren. Borré scheiterte zunächst im Doppelpack mit dem Kopf, vom Elfmeterpunkt ließ er sich die Chance nicht nehmen. Er war von Pape Abdou Cissé gefoult worden, als dieser im Fallen gegen den Kolumbianer gerumpelt war.

Griechen antworten schnell auf Eintracht-Führung

Die Führung währte nur nicht lange. Piräus, das bis dahin das Tor von Keeper Kevin Trapp nicht besonders in Gefahr hatte bringen können, kam auch zu einer Elfmetermöglichkeit. Nach einer Hereingabe ging die Hand von Kristijan Jakic zum Ball. Trapp streckte sich zwar in die richtige Ecke, parieren konnte er den stramm geschossenen Strafstoß von El-Arabi aber nicht.

Von den eher ereignisarmen Anfangsminuten mit Schwerpunkt Mittelfeldarbeit war nichts mehr übrig. Auch nach dem Ausgleich drängten die Frankfurter angetrieben von Filip Kostic auf die erneute Führung, wie bei einer schönen Direktabnahme von Touré (38.). Die Gefahr, den Gästen auch mal Platz für schnelle Konter zu lassen, nahmen die Hessen in Kauf und kamen unmittelbar vor der Pause zum zweiten Tor. Zunächst prallte ein Kopfball von Martin Hinteregger nur an die Latte, ehe die Frankfurter im gegnerischen Strafraum sehenswert kombinierten und Touré freispielten.

Dass nach der Pause Piräus drücken wurde, kam nicht überraschend. Die ganz zwingenden Chancen brachten die Griechen aber auch nicht zustande, während die Eintracht sich dann auch noch ein Sternchen in Sachen Effektivität verdiente. Nach einem Distanzschuss von Goncalo Paciencia ließ der Gäste-Torwart den Ball abklatschen und Kamada war bei der praktisch ersten Chance der Frankfurter zur Stelle.