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„Easy Rider”, “Fear and Loathing in Las Vegas” mit Jonny Depp, “Little Miss Sunshine”, “Fluchtpunkt San Francisco”, “Ein ausgekochtes Schlitzohr”... Diese beliebig verlängerbare Liste von Filmen hat ein verbindendes Hauptmerkmal: Ein wesentlicher Teil der Handlung spielt auf den endlosen Straßen zwischen Los Angeles und New York City. Menschen, die für eine vergleichsweise lange Zeit im Auto auf einsamen Straßen unterwegs sind, das ist seit den Anfängen des Kinos immer schon eine sehr gute Ausgangslage. Und für alle, die diesen US-Klassiker selbst erleben möchten, hier die wichtigsten Tipps, damit der Roadtrip nicht ein Horrortrip à la „The Hills have Eyes“ wird.

1. Frei, nicht planlos

Zusammengelegt würde das Straßennetz der USA mehrere Male bis zum Mond und zurück reichen. Da ist es wichtig, dass man sich von vornherein darüber klar ist, welche Strecken man zurücklegen wird. Legendär ist natürlich die weltberühmte Route 66 von Chicago nach L.A.

Allerdings ist von den 3945 Kilometern Strecke der Ursprungsroute heute nur noch Stückwerk übrig – und vieles ist Touristenfang. Immerhin gibt es aber auch noch andere malerische Wege, die sich für diesen „etwas anderen“ US-Trip eignen:

  • Durch die Wüste von LA nach Las Vegas (dauert nur einige Stunden und ist deshalb für einen Tagestrip gut geeignet)
  • Der Highway-1, der in Süd-Nord-Richtung von Los Angeles bis in den Norden von Kalifornien (und in seiner Verlängerung bis hinauf nach Seattle) läuft – und zwar immer an der Pazifikküste entlang.
  • Die Schmuggler-Route vom texanischen Texarkana nach Atlanta – diese Strecke fuhr damals „Bandit“, gespielt von Burt Reynolds in „Ein ausgekochtes Schlitzohr“.

Doch neben diesen Beispielstrecken eignet sich praktisch jede US-Route für einen solchen Roadtrip. Bloß wer maximale Einsamkeit genießen will, sollte die naturgemäß dicht besiedelte US-Ostküste meiden und eher in der Mitte und Westen des Landes ansetzen.

2. Maximale Gemütlichkeit

Wohnmobil-Wüste
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Dabei kann gar nicht unterstrichen werden, wie immens wichtig der Faktor Bequemlichkeit bei einem solchen Trip ist. Man fährt eben nicht nur durch die Gegend, sondern macht über weite Strecken des Tages nichts anderes. Aus diesem Grund kommen nur wenige Fahrzeugklassen in Betracht:

  • Sogenannte Fullsize-Cruiser, also Großraum-Limousinen
  • Maxi-SUVs
  • Wohnmobile

So sehr es auch reizen mag, aber Muscle Cars vom Schlage eines Camaro sollte man sich verkneifen, denn die sind „sportlich“ (ließ: hart) gepolstert und gefedert und werden nach spätestens zwei Tagen am Steuer zum Folterinstrument.

Die normalen Autos und SUVs kann man an praktisch jedem Ankunftsflughafen mieten – eine Kilometerbegrenzung gibt es glücklicherweise meist nicht. Wohnmobile sind allerdings ein wenig spezieller, vor allem für Nicht-Amerikaner. Hier offerieren Unternehmen wie CU Camper nicht nur das Fahrzeug an sich, sondern auch vorgeplante Trips. Und: In den USA gibt es keine Führerschein-Gewichtsbeschränkungen wie bei uns. Mit einem normalen Klasse-B-Führerschein kann man dort auch Wohnmobile lenken, die deutlich schwerer als die hierzulande erlaubten 3,5 Tonnen sind.

Worauf man übrigens auch beim Mieten achten sollte, ist ein „Toll Pass“. Viele US-Strecken sind nämlich Mautrouten, werden aber meist elektronisch registriert und abgebucht. Mit dem Toll Pass bezahlt man eine Gebühr von meist weniger als 50 Dollar und der Autoverleih übernimmt alle Mautgebühren. Das eignet sich naturgemäß besonders für Roadtrips, weil man hier von den Mautgebühren sonst locker auf dreistellige Beträge kommt.

3. Motel Style

Diejenigen, die eher dem Wohnmobil zugeneigt sind, können dieses Kapitel getrost überspringen – denn in den allermeisten US-Staaten ist es auf Parkplätzen und notfalls auch am Straßenrand erlaubt, eine Nacht im Wohnmobil zu verbringen. Für alle anderen ist es jedoch ratsam, sobald die Route bekannt ist, sich sämtliche am Weg liegenden Motels herauszusuchen. Mit Googles Map-Funktion geht das extrem einfach.

Motel
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Allzu viel sollte man von den Motels jedoch nicht erwarten. Total heruntergekommene Bruchbuden wie in so manchem Roadmovie sind zwar die absolute Ausnahme. Die Ausstattung ist jedoch in den meisten Fällen vergleichsweise bescheiden. Zimmerservice darf man in der Regel nicht erwarten und je nach Gegend gehört auch höchstens ein Frühstück dazu, jedoch keine weitere Mahlzeit.

Vor allem hat das Vorplanen der Motels noch einen weiteren Vorteil. Gegen Abend wird es dort nämlich eng. Wer schon morgens anruft und ein Zimmer reserviert, hat es deutlich leichter und muss nicht noch übermüdet weiterfahren.

4. Fuß vom Gas

Und wenn man unterwegs ist, sollte man eine weitere Roadmovie-Besonderheit beachten. Nämlich tunlichst auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen achten. Denn auch wenn die Speed-Limits in den USA Sache der einzelnen Staaten sind, sind sie alle extrem streng in deren Überwachung. Und vor allem, weil Highways auch unvermittelt durch kleine Örtchen führen können und dann plötzlich statt 70 Meilen nur noch 35 auf der ansonsten gleichen Fahrbahn gelten, heißt es „Augen auf“.

Übrigens sollte einen auch vermeintliche Einsamkeit nicht dazu verleiten, dem Wagen die Sporen zu geben. US-Highwaypolizisten sind (ebenfalls wie im Film) notorisch bekannt dafür, ziemlich gemein getarnte Fallen aufzustellen.

Und blinken dann hinter einem die rot-blauen Lichter eines „Police Cruisers“ auf, heißt es, sofort Blinker rechts setzen und bei der nächstbesten Gelegenheit anhalten. Dann Fenster runterfahren, Hände aufs Lenkrad legen und den Anweisungen der Beamten genau folgen – denn auch da kann ein echter Roadtrip zum Filmklischee werden, wenn man aufgrund falscher Verhaltensweisen plötzlich ins „dienstliche Ende“ einer Polizeipistole blickt.

Fazit

Ein Roadtrip ist eigentlich zu gut, um ihn als US- und Filmfan nicht einmal selbst im Land der unbegrenzten Straßendistanzen auszuprobieren. Allerdings benötigt das – wie jeder Urlaub – etwas Vorplanung und ob der gigantischen Weiten auch zum Teil etwas mehr Urlaubszeit, als man für einen Städtetrip veranschlagen würde. Man will ja schließlich beim Roadtrip auch was sehen – wenngleich hier wie bei keiner anderen Urlaubsform gilt „der Weg ist das Ziel“.