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Der Klimawandel – die größte Herausforderung der Menschheit

Der Klimawandel zählt zu den größten Herausforderungen der Menschheit. Zwar wechselten in der Erdgeschichte schon immer Wärme- und Kälteperioden, doch der derzeitige Klimawandel ist zum großen Teil menschengemacht. Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert nutzen wir immer mehr Maschinen, die etwa Kohle und Erdöl verbrennen. Dabei steigt Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Das Treibhausgas heizt unserem Planeten ein – und zwar rasant. Das ist laut einer internationalen Studie der höchste Wert, den der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre in den letzten 800.000 Jahren erreichte. Der Mensch beschleunigt die Erderwärmung. 

Es ist höchste Zeit, zu handeln. Die Folgen der Klimaerwärmung zeigen sich in vielen Regionen der Welt schon jetzt: Gletscher und Eiskappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt, extreme Wetterfolgen wie Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Hunger und Wassermangel drohen. Viele Tierarten und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum.

Aufgrund dieser Fakten gibt es Forderungen, nicht mehr vom Klimawandel zu sprechen. Der Begriff verharmlose die dramatische Lage. Die britische Zeitung “The Guardian“ etwa schreibt stattdessen Klimakrise oder Klima-Notstand.

Klimawandel: Was bedeutet das eigentlich?

Es ist kein neues Phänomen, dass sich das Klima wandelt. Aber das Tempo ist ungewöhnlich. Sprechen wir heute vom Klimawandel, sind damit die vom Menschen verursachten Veränderungen gemeint. Es sind mehr Treibhausgase in der Atmosphäre.

Gase wie Kohlendioxid und Kohlenmonoxid (CO) beeinflussen das Klima. Und die Menschheit beeinflusst die Konzentration dieser Gase in der Luft. Ein Beispiel: So, wie ein Mensch in Deutschland gewöhnlich lebt, verursacht er rund neun bis zehn Tonnen CO2 im Jahr.

Woher weiß man eigentlich, wie viel CO2 in der Atmosphäre ist? Seit 1958 messen Forscher den Gehalt am Vulkan Mauna Loa auf Hawaii und konstatieren einen Anstieg. Mittlerweile gibt es weltweit Messstationen.

Was sind die Ursachen für den Klimawandel?

Der Klimawandel hat verschiedene Ursachen. In der Aufzählung erfährst du mehr darüber:

  • Der Treibhauseffekt verstärkt sich durch die hohe Menge an CO2 und anderen Treibhausgasen.
  • Durch die Industrialisierung ist die Konzentration an Gasen wie CO2 stark gestiegen. Massentierhaltung und Landwirtschaft produzieren viel Methan.
  • Beim Reisen mit Flugzeug, Auto, Bus und Bahn verursachen Menschen CO2. Die Emissionen steigen stetig.
  • Treibhausgase sind natürlicherweise in der Atmosphäre. Doch die Billionen Tonnen zusätzliches CO2 seit der Industrialisierung stören den Kohlenstoffkreislauf.
  • CO2 ist auf einem Rekordniveau – und das bleibt auch lange so. Denn: Es ist zäh. Forscher gehen davon aus, dass es sich bis zu 1.000 Jahre in der Atmosphäre hält.

Was ist der Treibhauseffekt?

Ohne den Treibhauseffekt könnten wir auf der Welt vermutlich nicht leben. Treibhausgase wie CO2 sind natürliche Bestandteile der Atmosphäre – und wichtig. Sie sorgen dafür, dass nicht die ganze Wärme von der Erde ins All reflektiert wird und dort verpufft. Ein Teil der Sonnenstrahlen bleibt und erwärmt die Erde. Die kleinen Gas-Moleküle haben einen großen Effekt: Sie umhüllen Wärme und schließen diese ein. Ohne den Treibhauseffekt läge die Mitteltemperatur der Erde bei minus 18 Grad, so berichtet etwa das Umweltbundesamt (UBA).

Eine einfache Gleichung beschreibt das Problem der Klimakrise: Je mehr CO2 in der Luft ist, desto wärmer wird die Erde. Wissenschaftler mutmaßen, dass die Durchschnittstemperatur im 21. Jahrhundert um zwei bis vier Grad steigen wird.

Zwar schwankt der CO2-Gehalt, doch ein bleibender Trend zeichnet sich seit Jahren ab: insgesamt steigt er – und zwar rasant. Bei den ersten Messungen auf Hawaii im Jahr 1958 lag die C02-Konzentration unter 320 parts per million (ppm) im Jahresdurchschnitt. 2020 lag er bei rund 415 ppm. Ab einem Wert von 450 ppm sagen Forscher einen Kipp-Punkt voraus. Ist dieser erreicht, gilt die Klima-Katastrophe als unumkehrbar.

Welche Folgen hat der Klimawandel?

Die Folgen des Klimawandels sind nicht mehr nur Zukunfts-Szenario. Sie zeigen sich bereits weltweit:

  • Die Temperaturen steigen global an.
  • Das Wetter verändert sich: Es gibt mehr Trockenperioden und Starkregen. Das hat Dürren und Überflutungen zur Folge.
  • Gletscher schmelzen im Rekordtempo: Laut des World Glacier Monitoring Service nimmt die Eisdecke der Gletscher bis zu drei Mal schneller ab als noch im 20. Jahrhundert.
  • Der Meeresspiegel steigt. Über Flüsse und schmelzende Eisflächen fließt mehr Wasser in die Ozeane.
  • Der ND-Gain Country Index der Universität von Notre Dame in den USA gibt an, wie gefährdet eine Region aufgrund der Klima-Krise ist. Als Indikatoren dienen etwa Landwirtschaft, Wasser, Infrastruktur, Gesundheit und Infrastruktur. Besonders gefährdet sind die afrikanischen Länder Somalia, Niger und Tschad. Die Dürre fördert beispielsweise Heuschreckenplagen. Diese vernichten die Ernte und die Menschen sind von Hunger bedroht. Europäische Länder wie Norwegen, die Schweiz, Deutschland, Luxemburg und Österreich hingegen gehören zu den Regionen mit der geringsten Gefährdung.

Wie verursacht der Mensch den Klimawandel und die Erderwärmung?

Der Klimawandel geht alle Menschen etwas an. Produzieren wir in Deutschland hohe Mengen CO2, bleibt das Gas nicht etwa über Deutschland: es verteilt sich in der gesamten Atmosphäre. Unsere Konsumgesellschaft belastet das Klima besonders stark. Berechnungen zeigen: In wohlhabenden Gesellschaften setzen Menschen mehr Treibhausgase frei. Das liegt nicht nur an der Industrie.

Im Alltag produziert jeder Einzelne hohe Mengen CO2. Wir bestellen Pakete, produzieren Müll, verbrauchen Strom, fahren mit dem Auto zur Arbeit: Das alles belastet das Klima. Deutschland gehört zu den Top 6 Ländern mit den höchsten CO2-Emissionen.

Welche Klimaziele und Strategien verfolgen Deutschland, die EU und die Welt?

Nach jahrelangen Verhandlungen fand im Dezember 2015 in Paris eine internationale Klimakonferenz statt, die Geschichte schrieb: Über 150 Staats- und Regierungschefs beschlossen das Pariser Abkommen. Es verpflichtet die Staaten, Maßnahmen zum Klimaschutz einzuleiten. Erreichen die Länder ihre Ziele nicht, drohen Geldstrafen. Alle fünf Jahre müssen neue, ehrgeizige Klimaziele definiert werden. Insgesamt soll die Erderwärmung unter zwei Grad gehalten werden, besser noch unter 1,5 Grad.

Im Dezember 2020 trafen sich europäische Politiker und legten das EU-Klimaziel für 2030 fest. Es lautet: Der Ausstoß an Treibhausgasen soll 2030 rund 55 Prozent geringer ausfallen als 1990. Zuvor lag das Ziel bei 40 Prozent.

Als führende Industrienation trägt Deutschland eine besondere Verantwortung beim Klimaschutz. Die Bundesregierung beschloss im Oktober 2019 ein Klimaschutzprogramm 2030. Dieses hat vier Eckpfeiler:

  1. Förderprogramme sollen Anreize geben, CO2 einzusparen. Beispiel: Wer sein Gebäude energetisch saniert und die Heizung austauscht, kann Kosten dafür abschreiben.
  2. Klimaschädliche Emissionen kosten Geld: Es gibt seit 2021 eine CO2-Steuer.
  3. Das eingenommene Geld soll in Klimaschutzprogramme fließen oder an die Bürger weiterverteilt werden.
  4. Ein Monitoring soll regelmäßig untersuchen, ob die Klimaziele eingehalten wurden.

Wie ist die Bilanz im weltweiten Klimaschutz bisher? Klimaschutz wurde seither immer mehr in der öffentlichen Debatte beachtet. Bewegungen wie "Fridays for Future" entstanden. Der Druck auf Länder und Unternehmen steigt. Dennoch: Weltweit sinkt der CO2-Ausstoß bisher nicht, er steigt. Experten des Climate Action Tracker sehen jedoch Gründe zur Hoffnung: Die EU, USA und China streben etwa Klimaneutralität bis 2050 an. Halten sie sich an ihre Fahrpläne, rückt das Klimaziel des Pariser Abkommens in greifbare Nähe.

Was sind die "Fridays for Future"?

Die Schwedin Greta Thunberg streikte 2018 mit einem selbstgemalten Schild vor ihrer Schule fürs Klima. Zunächst allein. Allerdings nicht lange: Die damals 15-Jährige löste eine globale, soziale Bewegung aus: "Fridays for Future" zu Deutsch "Freitage für die Zukunft". Schüler, Jugendliche und Studenten weltweit setzen sich für Klimaschutz und Kohleausstieg ein. Anstatt zur Uni oder zur Schule zu gehen, demonstrieren sie vor Parlamenten und auf der Straße für ihre Zukunft – jeden Freitag. Die Bewegung ist keine Organisation und gehört auch keiner politischen Partei an. Die Treffen organisieren zumeist Regionalgruppen. Allein in Deutschland gibt es laut der Homepage der Bewegung rund 360 Regionalgruppen.

Vorbild Greta Thunberg ist längst zur Ikone geworden. Die 2003 geborene Aktivistin leidet unter dem Asperger-Syndrom. Bei ihr geht diese Autismus-Form mit einer Sonderbegabung einher. Sie setzt sich außergewöhnlich fokussiert mit Themen auseinander. Die Umweltschützerin erhielt für ihr Engagement 2019 den Alternativen Nobelpreis.

So kann jede Person beitragen, den Klimawandel zu stoppen

Wenn jeder mitmacht, können kleine Veränderungen im Alltag viel für den Klimaschutz bewirken. Hier findest du einige Anregungen, wie du deinen ökologischen Fußabdruck reduzieren kannst:

  • Wasser sparen: Drehe den Hahn ab, während du die Zähne putzt. Dusche anstatt zu baden. Fange klares Wasser auf und verwerte es weiter – etwa zum Blumengießen.
  • Emissionen sparen: Verzichte für Kurzstrecken aufs Auto. Steig für den Arbeitsweg auf öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn um. Reduziere unnötige Flüge.
  • Reduziere deinen Fleischkonsum.
  • Spare Lebensmittel: Wirf weniger weg. Nutze etwa eine App für Rezepte für Reste-Essen, kaufe bewusst ein. Fotografiere morgens deinen Kühlschrank, dann weißt du abends beim Einkaufen, was wirklich fehlt und kaufst nichts Unnötiges.
  • Spare Müll: Verzichte möglichst auf verpackte Produkte. Im Badezimmer kannst du etwa Seife am Stück verwenden statt Duschgel in Plastikflaschen. Kaufe Obst und Gemüse auf dem Markt vom regionalen Händler ein. Bringe für den morgendlichen Coffee-to-go deinen wiederverwertbaren Kaffeebecher mit.
  • Strom sparen: Stelle deine elektrischen Geräte ganz aus. Auch im Stand-by-Modus verbrauchen sie Strom.

(Quellen: The Guardian, Umweltbundesamt, Bundeszentrale für politische Bildung, NOAA Earth System Research Laboratories, Universität Notre Dame, Fridays for Future, Die Bundesregierung, Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)