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Haltbare Lebensmittel: Das sind die wichtigsten Forever-Foods! 

Forever Foods: Reis, Honig und Zucker sind Beispiele für lang haltbare Lebensmittel. Sie laufen nicht ab – sofern du sie richtig lagerst, sie ungeöffnet sind und du sie nicht mit Fremdstoffen wie Krümeln in Berührung bringst. Trotzdem: Auch Langzeitlebensmittel sind mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen (MHD). Dieses wurde Anfang der 1980er-Jahre für verpackte Waren eingeführt. Das Problem: Viele Produkte landen seither im Müll, obwohl sie noch genießbar wären. Was viele Konsumenten nicht wissen: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Abgelaufene Produkte sind also nicht automatisch ungenießbar. Reis etwa ist oft noch sechs Monate nach Ablauf des MHD gut.

Langzeitlebensmittel: Diese Lebensmittel sind besonders lang haltbar

Diese Langzeitlebensmittel werden nicht schlecht:

  • Honig zählt zu den Forever Foods, weil er keimtötende Enzyme, einen niedrigen Wassergehalt und hohen Zuckergehalt aufweist. Besonders haltbar sind Honigsorten mit einem Wassergehalt unter 18 Prozent. Solche Sorten werden nicht schlecht und konservieren sogar andere Produkte, wenn diese im Honig eingeschlossen sind. Voraussetzung dafür ist, dass du ihn trocken, kühl (18 Grad) und ungeöffnet lagerst. Tunkst du mit einem abgeschleckten Löffel ins Honigglas, können Krümel und Speichel den Honig verunreinigen und ihn ungenießbar machen. Dein Honig ist kristallisiert? Bade das Honigglas in warmem Wasser. Das verflüssigt das süße Gold und macht es wieder streichzart.
  • Reissorten wie Jasminreis, Basmatireis, Risottoreis und Wildreis haben einen hohen Trockengehalt und laufen nicht ab, wenn du sie trocken und luftdicht lagerst. Sie halten etwa zwei Jahre. Länglicher Naturreis und brauner Reis können verderben, weil ihr Fettgehalt höher ist. Achtung: Bereits gekochten Reis solltest du nach zwei Tagen verspeist haben.
  • Salz und Zucker werden nicht schlecht, weil sie keinen Schimmel ansetzen können. Lagere sie kühl, trocken und in einem verschlossenen Behälter. Bilden sich Klumpen, ist meist Feuchtigkeit die Ursache.
  • Lebensmittel in Konserven haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Laut Tafel Deutschland sind sie aber oft noch über ein Jahr darüber hinaus genießbar. Vorsichtig solltest du sein, wenn sich der Deckel wölbt. Das ist ein Zeichen für Gärungsprozesse.

Notvorrat im Krisenfall: Das sollte im Haus sein

Schon zu Großmutters Zeiten war es normal, Vorräte anzulegen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt schon seit vielen Jahren, sich Notvorräte für zehn Tage pro Person anzulegen. Das gilt also nicht erst, seit das Thema durch die Corona-Panik vor leeren Supermarktregalen Konjunktur bekam.

Tritt ein Notfall ein, ist Vorsorge oft nicht mehr möglich – oder mit Gefahren verbunden. Ist ein gewohnter Einkaufs-Alltag aufgrund von Stürmen, Bränden, Lawinen, Hochwasser und Stromausfällen nicht möglich, ist eine krisensichere Speisekammer Gold wert. Auf die Einkaufsliste gehört auch Wasser. Denn: Ohne Flüssigkeit überleben Menschen nur wenige Tage. Ohne Nahrung kommen wir bis zu zwei Monate aus. 

Notvorrat – das solltest du beachten!

Nicht alle Lebensmittel eignen sich für die Vorratskammer. Eine lange Haltbarkeit ist wichtig. Zudem solltest du dir Lebensmittel kaufen, die du auch magst. Du kannst sie nach und nach verbrauchen und erneut aufstocken. Das beugt unnötiger Lebensmittelverschwendung vor. Hier gibt’s eine Checkliste für den Notvorrat:

  • Pro Person solltest du zwei Liter Flüssigkeit pro Tag vorrätig haben. In Notfällen kann es sein, dass Leitungswasser ungenießbar ist. Als Vorrat eignen sich etwa Mineralwasser und Fruchtsäfte.
  • Wähle den passenden Ort für deine Notfall-Speisevorräte: Sie sollten kühl, trocken und dunkel lagern. Wenn du eingekauft hast, packe die neuen Waren nach hinten ins Regal.
  • Denk an Wauzi und Miezi: Plane auch für deine Haustiere Futter- und Wasservorräte ein. Gehe auch in diesem Fall von einem Vorrat für zehn Tage aus.
  • Für Obst und Gemüse empfehlen sich Konserven. Spargel, Mais, Kirschen, Birnen und Co. bleiben darin lange genießbar.
  • Stimme deinen Notvorrat auf deine individuellen Bedürfnisse ab – und die deiner Familie. Berücksichtige beim Einkauf, ob jemand unter Allergien und Unverträglichkeiten leidet.

Welche Lebensmittel dürfen im Notvorrat nicht fehlen?

Für Lebensmittel gilt: Milchprodukte verderben verhältnismäßig schnell. Damit sind sie nicht optimal für einen Notvorrat. Trockene Lebensmittel wie Reis und Nudeln halten länger. Kaufe Waren, die auch ohne Kühlschrank genießbar bleiben. Erfahre hier, welche Lebensmittel das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt. Die Empfehlungen sind pro Person für zehn Tage berechnet:

  • 3,5 Kilogramm an Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis
  • 4 Kilogramm Gemüse und Hülsenfrüchte
  • 2,5 Kilogramm Obst und Nüsse (am besten in Dosen)
  • 2,6 Kilogramm Milch und Milchprodukte
  • 1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver (haltbar)
  • 357 Gramm Fette und Öle
  • Nach Belieben: Zucker, Salz, Mehl, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte wie Ravioli, getrocknete Tortellini und Fertigsuppen, Kartoffeltrockenprodukte wie Kartoffelbrei, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen

Nicht vergessen: Besorge dir ein alternatives Kochutensil, das ohne Strom funktioniert. Ein Gas-Campingkocher leistet dir im Notfall gute Dienste.

Einkaufsliste Notvorrat

Der Körper braucht Nährstoffe und Vitamine, um fit zu bleiben. Ein Notvorrat soll nicht nur sättigen und deinen Energiebedarf decken, sondern dich auch gesund erhalten. Die Ernährung sollte möglichst vielseitig sein. Dafür gehören Lebensmittel aus verschiedenen Kategorien auf die Einkaufsliste. Experten haben für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Einkaufsliste für einen zehntägigen Grundvorrat für eine Person erstellt. Die Rechnung geht von einem Energiebedarf von 2.200 kcal pro Tag aus, die Werte sind gerundet:

Kategorie Getreide und Kartoffeln

  • 710 g Vollkornbrot
  • 280 g Zwieback
  • 710 g Knäckebrot
  • 280 g Nudeln (roh)
  • 180 g Reis (roh)
  • 540 g Hafer– oder andere Getreideflocken
  • 710 g Kartoffeln (roh, ohne Schale)

Obst und Gemüse (Konserven)

  • 570 g grüne Bohnen
  • 640 g Erbsen/Möhren
  • 500 g Rotkohl
  • 500 g Sauerkraut
  • 290 g Spargel
  • 290 g Mais
  • 290 g Pilze
  • 290 g saure Gurken
  • 290 g rote Bete
  • 400 g Kirschen
  • 180 g Birnen
  • 180 g Aprikosen
  • 250 g Mandarinen
  • 250 g Ananas 

Trockenfrüchte, Nüsse und frische Produkte

  • 360 g frische Zwiebeln
  • 140 g Rosinen
  • 250 g Trockenpflaumen
  • 100 g Haselnüsse
  • 710 g frisches Obst (z.B. Äpfel, Bananen, Birnen, Orangen)

Milch, Eier, Ersatzprodukte (oder tierische Produkte) und Fette

  • 200 g Tofu
  • 150 g vegetarische Bratlinge
  • 230 g vegetarische Würstchen
  • 250 g vegetarischer Brotaufstrich
  • 200 g vegetarische Salami
  • 265 g Eier (Gewicht ohne Schale)
  • 2 l H-Milch (3,5 Prozent Fett)
  • 500 g Hartkäse
  • 180 g Streichfett oder Butter
  • 180 g Margarine
  • 150 ml Speiseöl

Sonstiges

  • Zucker
  • Süßstoff
  • Honig
  • Marmelade
  • Schokolade
  • Jodsalz
  • Fertiggerichte
  • Kartoffeltrockenprodukte (z.B. Kartoffelbrei-Pulver)
  • Mehl
  • Kakaopulver
  • Hartkekse
  • Salzstangen

MHD: Welche Aussagekraft hat das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz: MHD) gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt ein Produkt, ungeöffnet und richtig gelagert, Geschmack, Geruch, Konsistenz, Nährwert und Farbe behält. Maßgeblich ist nicht die Sicherheit eines Produktes, sondern die Qualität. Ein Beispiel: Hat eine Schokolade einen weißen Belag, ist sie nicht direkt schlecht. Sie schmeckt wahrscheinlich anders, ist aber genießbar und unbedenklich für die Gesundheit. Reis, Nudeln und Mehl schmecken bis zu sechs Monate nach Ablauf des MHD.

Verlass dich auf deine Sinne, um den Zustand eines abgelaufenen Produktes zu prüfen.

  • Vertrau auf deinen guten Riecher und schnupper an dem Produkt. Riecht etwas sauer, ist das in diesem Fall nicht lustig, sondern ein mögliches Zeichen für Fäulnis.
  • Schau dir das Essen an: Ist es schimmelig, verfärbt, klumpig oder flockig? Dann gehört es in den Müll.
  • Schmeckt das Produkt weniger aromatisch, kannst du es trotzdem noch essen.  Bei bitterem und ranzigem Geschmack ist Vorsicht geboten.

Auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst und Fisch ist ein Verbrauchsdatum angegeben. Auf der Verpackung steht dann etwa "verbrauchen bis 20.02.2021". Solche Lebensmittel solltest du tatsächlich direkt entsorgen, wenn das Verbrauchsdatum überschritten ist. Ansonsten drohen Risiken für deine Gesundheit.

(Quellen: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)