Wie bei so vielen Dingen im Leben ist auch bei Beziehungen nicht immer alles schwarz und weiß – es gibt unzählige Graustufen. Das gilt natürlich auch für alles, was mit Treue bzw. Untreue zu tun hat. Ein Seitensprung ist bei weitem nicht die einzige Art von Untreue in einer Partnerschaft. Auch andere Dinge können in die Kategorien Betrug und Unaufrichtigkeit fallen.

Beziehungsexperten kennen 6 Arten von Untreue, die einer Beziehung genauso schaden können, wie eine sexuelle Affäre.

  1. Du beschwerst dich über den Partner bei einer Person, zu der du dich hingezogen fühlst

Bei Freunden oder Familie Beziehungsfrust abzulassen ist ganz normal. Vor der attraktiven Person, zu der du dich hingezogen fühlst, über den Partner herzuziehen, ist eine ganz andere Sache. Hier muss man sich selbst kritisch hinterfragen, warum man sich ausgerechnet dieser Person anvertraut. Experten sagen: Man möchte damit seinem Gegenüber signalisieren, dass man gerade nicht glücklich in seiner Beziehung ist und dadurch die Freundschaft zu der anderen Person intensivieren.

  1. Job, Hobbies und andere Interessen sind wichtiger als die Beziehung

Interessen, Hobbys und Freundschaften außerhalb der Beziehung: In einer gesunden Beziehung ist das ganz normal. Wenn aber eine Aktivität oder eine andere Person deine komplette Zeit und Energie auf Kosten deiner Beziehung in Anspruch nimmt, musst du wohl deine Prioritäten noch einmal neu überdenken. Es kann natürlich Phasen geben, in denen wir uns mal mehr einem Freund oder Familienmitglied in Not zuwenden oder uns auf ein Projekt fokussieren. Wenn das aber zur Gewohnheit wird, ist das ein Problem für die Beziehung – die Priorität ist ganz klar nicht mehr der Partner.

  1. Du verrätst Geheimnisse des Partners ohne sein Einverständnis

Eigentlich müsste das selbstverständlich sein: Was uns der Partner im Vertrauen erzählt, darf nicht eigenmächtig weitergegeben werden. Dabei ist es unwichtig, ob es um Job, Gesundheit oder Privatleben geht. Wer es doch tut, begeht damit einen schweren Vertrauensbruch, der der Beziehung extrem schaden kann. Es zeigt: Tratsch ist dir wichtiger als deine Beziehung.

  1. Lügen und Geheimnisse vor dem Partner

Eine weit verbreitete und oft sehr zerstörerische Form des Betruges ist Unaufrichtigkeit beim Thema Finanzen. Dazu zählt etwa, ein geheimes Zweitkonto zu eröffnen, die Kreditkarte zu überziehen, Geld am Spielautomaten zu verzocken oder eine größere Investition zu Tätigen bzw. etwas Teures zu kaufen, ohne seinen Partner darüber in Kenntnis zu setzen.

Solche Fehlentscheidungen schaden dem Partner sowohl auf emotionaler als auch auf finanzieller Ebene. Vor allem, wenn ihr gemeinsame Konten oder Wertanlagen besitzt. Wer sich so verhält, verfolgt nur eigene Interessen und nimmt keine Rücksicht darauf, wie sich das eigene Handeln auf den Partner auswirken kann.

Ein weiteres Thema sind Geheimnisse. Natürlich gibt es manchmal gute Gründe, dem Partner bestimmte Informationen vorzuenthalten. Vielleicht willst du ihn einfach nur vor einer Situation bewahren, die für ihn unangenehm oder verletzend sein könnte. Wer jedoch aus egoistischen Gründen Geheimnisse vor dem Partner hat, begeht einen Vertrauensbruch. Heißt: Zu wissen, dass das, was man tut falsch ist, aber einfach nicht auffliegen zu wollen.

Zum Beispiel ein Profil bei einer Dating-App anzulegen, um mit Fremden zu flirten. Egal warum man nicht ehrlich zum Partner ist: Früher oder später zerstört es die Basis aus Vertrauen, Ehrlichkeit und Intimität, auf die eine Beziehung fußen sollte.

  1. Eine emotionale Affäre

Freundschaften außerhalb der Beziehung sollten nicht nur normal sein, sie sind auch wichtig. Sie können die Bindung zum Partner sogar noch stärken. Dabei muss man aber ehrlich zu sich selbst sein: Ist diese Person jemand, den du sexuell attraktiv findest und mit der du sehr häufig Gespräche über intime oder persönliche Themen führst? Dann könntest du auf eine emotionale Affäre zusteuern.

Den wahren Hintergrund dieser “Freundschaft” vor dem Partner zu verbergen oder diese herunterzuspielen, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Bekanntschaft den Rahmen Freundschaft sprengen könnte. Selbst wenn es bei solchen emotionalen Affären nicht um Sex oder andere Körperlichkeiten geht, nehmen sie trotzdem Zeit und Energie ein, die du eigentlich mit deinem Partner teilen solltest.

  1. Den Partner vor anderen kritisieren oder bloßstellen

Sich in den eigenen vier Wänden über den Partner lustig zu machen oder ihn zu kritisieren kann – wenn auf die falsche Art getan – sehr verletzend sein. Wer dies aber auch noch vor anderen Leuten macht, erzeugt beim anderen ein Gefühl der Unsicherheit, das letztendlich das Vertrauen in der Beziehung zerstören kann. Dabei ist es egal, ob du vor allen die Augen verdrehst, wenn der andere etwas erzählt oder ihn vor allen auf einen äußerlichen Makel hinweist.

Wenn sich eine Person in Gegenwart des Partners nicht sicher fühlt, weil sie ständig fürchten muss, dass er einen unangebrachten oder respektlosen Kommentar vor Freunden oder der Familie abgeben könnte, ist das sehr schädlich für die Beziehung.

Am Ende ist es wichtig, den Partner mit Respekt zu behandeln und dafür zu sorgen, dass die wichtige Basis des Vertrauens in der Beziehung erhalten bleibt. Dann braucht man auch nicht zu fürchten, sich auf die ein oder andere Weise eines Betrugs am andern schuldig zu machen. Am besten die bessere Hälfte immer so behandeln, wie man selbst gern behandelt werden würde – das ist zumindest ein guter Wegweiser.