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"Beliebig": Epidemiologe über die Corona-Pläne der Regierung für Herbst

11.08.2022 • 16:31

Der Epidemiologe Prof. Markus Scholz hat seine professionelle Meinung zum Corona-Schutzkonzept mitgeteilt.

Das mehrstufige, lagebezogene Corona-Schutzkonzept soll vom 1. Oktober bis zum 7. April 2023 bundesweit gelten. Das haben das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesjustizministerium unter Beteiligung des Bundeskanzleramts kürzlich erarbeitet. Die Bürger:innen müssen sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im Fall einer deutlich verschlechterten Corona-Lage im Herbst und Winter unter anderem auf eine Maskenpflicht in Innenräumen einstellen. Mehrere Länder hatten im Vorfeld Kritik an geplanten Ausnahmen geübt.
Der Epidemiologe Prof. Markus Scholz hat der Website „watson.de“ seine professionelle Meinung zum Corona-Schutzkonzept mitgeteilt: „Mein Hauptkritikpunkt ist die unklare Regelung, wann die zusätzlichen Maßnahmen greifen. Das kann man nahezu beliebig auslegen.“ Man brauche eine Festlegung klarer Kennzahlen sonst werde wieder zu zögerlich, uneinheitlich und nach politischer Großwetterlage entschieden.

Das Problem mit dem Lüften im Winter

Was seiner Meinung nach auch zum Problem werden könnte: „Leider haben wir zum Beispiel für den Bildungsbereich seit zwei Jahren weitgehend vergeblich für Raumluftfilter geworben. Jetzt haben wir das Problem, dass die bisher angewandte Strategie des häufigen Lüftens aufgrund der Energieproblematik kaum machbar ist. (…) Wieder sind die Schulen nicht gut auf die Herbstwelle vorbereitet, da am falschen Ende gespart wurde.“ Wie das in der Praxis dann tatsächlich aussehen wird, wird man im Herbst und Winter diesen Jahres sehen.

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