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Frühstücksfernsehen

Hausstaub macht dick

22.06.2018 • 07:00

Der Staub in eurer Wohnung könnte hinter überschüssigen Pfunden stecken. Er besteht nämlich leider nicht nur aus Schmutz, sondern kann giftig sein. Charlotte Karlinder weiß mehr.

Es wird ja immer überall nach dem oder den Schuldigen gesucht: Es muss aber nicht die abendliche Tüte Chips sein, die für eure Kilos verantwortlich ist. Tatsächlich könnte der Staub in eurer Wohnung dahinterstecken.

Staub besteht leider nicht nur aus Schmutz und harmlosen Fasern, sondern kann giftig sein. Das ist uns ja bereits vom Feinstaub bekannt, der Städte belastet und unsere Gesundheit bedroht. Aber leider ist auch unser Hausstaub nicht immer harmlos. Und das gilt nicht nur für Hausstauballergiker. 

Wissenschaftler der Duke University haben den Staub von mehreren Haushalten eingesammelt und unters Mikroskop gelegt. Darin fanden sie unzählige Stoffe, die am Staub hafteten: Zum Bespiel Umweltgifte und Substanzen, die toxisch sein können. Wie Pestizide, Chemikalien aus Putzmitteln, Weichmacher aus Putzutensilien oder Oberflächen wie PVC-Böden. Besonders interessant war die Entdeckung der sogenannten endokrin-störenden Chemikalien – kurz EDC. Diese Verbindungen, die in der Natur, aber auch in synthetischen Materialien vorkommen, beeinflussen das Hormonsystem des Menschen.

Dass diese Substanzen sogar zur Gewichtszunahme führen können, legen bereits Tierstudien nahe. Werden die Labortiere in einer frühen Lebensphase mit EDC konfrontiert, neigen sie später eher zu überschüssigen Pfunden. Denn Bindegewebezellen verwandeln sich durch den Staub in Vorläufertypen von Fettzellen. Diese Vorstufen von Fettzellen entwickelten sich bei regelmäßigen Staubkontakt wiederum zu reifen Fettzellen. Für diese tückische Zellveränderung reichten in den Versuchen bereits drei Mikrogramm Staub aus. Das dürfte etwa die Menge sein, die am Zeigefinger kleben bleibt, wenn man ihn mit Speichel befeuchtet und dann ein paar Zentimeter über den heimischen Fernseher gleitet. Die Wissenschaftler vermuten, dass bei Menschen ein ähnlicher Effekt zu erwarten ist.