Teilen
Merken
Frühstücksfernsehen

Index-Miet-Wahnsinn in München: 2022 wird noch teurer für Mieter:innen

03.05.2022 • 11:12

Für Münchner Mieter:innen gibt es auch weiterhin nichts zu lachen. Index-Mieten, die in der Vergangenheit als faire Lösung angepriesen wurden, lassen die Mietpreise in neue Höhen schießen.

Für Münchner Mieter:innen gibt es auch weiterhin nichts zu lachen. Index-Mieten, die in der Vergangenheit als faire Lösung angepriesen wurden, lassen die Mietpreise in neue Höhen schießen.

Index-Mieten schießen mit der Inflation durch die Decke

Index-Mieten ermöglichen es Vermieter:innen, die Miete einmal pro Jahr zu erhöhen. Bei einem Index-Miet-Vertrag richtet sich die Miete dabei nach der Inflationsrate. Dafür wird von Mieterhöhungen für freiwillige Modernisierungen oder zum Angleichen an den Mietspiegel abgesehen.
In der Vergangenheit hatten Index-Mieter:innen laut "abendzeitung-muenchen.de" den Vorteil, dass die Inflation durchweg bei circa zwei Prozent lag, während gewöhnliche Mieten in die Höhe schellten. Im Frühjahr 2022 stieg die Inflation jedoch mit einem Mal auf 7,3 Prozent. Ein Wert, der seit über 40 Jahren nicht erreicht wurde.
Zur Veranschaulichung: Beträgt die Index-Miete einer Wohnung derzeit 1.300 Euro, dürfte der/die Vermieter:in bald 95 Euro auf den Mietpreis draufschlagen.
Gerade für Neu-Mieter:innen ist ein solcher Preiszuschlag ein Jahr nach dem Einzug bitter.
Neben Heizkostennachzahlungen, steigenden Lebensmittelpreisen und Tankkosten kommen auf Index-Mieter:innen also schwere Zeiten zu.

Mieterverein fordert eine Kappungsgrenze

Der Münchner Mieterverein fordert schon länger eine Kappungsgrenze für Index-Mieten. Diese sieht vor, dass Mieten in Ballungszentren innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 Prozent ansteigen dürfen.
Während die genauen Zahlen nicht bekannt sind, geht der Münchner Eigentümerverband Haus und Grund davon aus, dass 60 Prozent der neu geschlossenen Mietverträge Index-Mieten enthalten. Bei alten Mietverträgen geht man von einer Index-Miet-Prozentzahl von 3% bis 5% aus.

Weitere Videos