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Frühstücksfernsehen

Trotz Wasserknappheit: Chemie- & Industrieunternehmen Currenta will fünffache Menge Wasser in Köln abumpen

10.05.2022 • 15:43

Trotz dem sinkenden Grundwasserpegel will der Chemiekonzern Currenta in Leverkusen das Fünffache an Wasser abpumpen, wie die Gesamtbevölkerung Kölns in einem Jahr verbraucht.

Trotz Wasserknappheit: Chemie- & Industrieunternehmen Currenta will fünffache Menge Wasser in Köln abumpen

Es ist ein Widerspruch, bei dem sich offenbar vielen Menschen die Haare aufstellen: Durch trockene, heiße Sommer in den letzten Jahren, sind Bundesbürger:innen angehalten, Wasser zu sparen, um so die Grundwasservorräte zu schonen. Der Chemie-Riese Currenta will hingegen nun die doppelte Menge Wasser mehr abpumpen als in 2021. Statt bisher 100 Kubikmeter Wasser, die die Firma am Rheinufer abpumpt, sollen es jetzt 250 Kubikmeter mehr, also 350 Kubikmeter pro Jahr werden. 

Zum Vergleich: Das ist das Fünffache der Menge, die sonst alle Bewohner:innen der Millionenstadt Köln pro Jahr verbrauchen. Die Folge des Wasser-Wahnsinns: Schon jetzt sterben Bäume und Pflanzen in der Kölner Rheinaue. "Die für Rheinauen typischen Pflanzen und Tiere fehlen hier fast vollständig", erklärt Matthias Schmitt von der Umweltorganisation BUND gegenüber dem WDR. Teilweise werde der Zufluss des Rheins in die Auenlandschaft sogar gänzlich unterbrochen. 

Klimawandel sorgt für weniger Arten in den Rheinauen

Das Problem ist auch hierbei der Klimawandel: Im Sommer wird es warm, der Rhein heizt sich bei Niedrigwasser auf. "Wenn dann auch noch Wasser entnommen, in Kühltürmen aufgeheizt und dann wieder in den Rhein geleitet wird, steigt die Temperatur noch weiter, der Sauerstoffgehalt sinkt, Tiere und Pflanzen geraten in Gefahr", meint Schmitt. 

Trotz der Vorwürfe will sich Currenta das Wasserrecht für 30 Jahre sichern. 

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