Der Live-Talk

Moderatorin Marlene Lufen hat mit ihrem Video-Kommentar auf Instagram zu den physischen wie psychischen Konsequenzen des Lockdowns einen Nerv getroffen. Im Live-Talk diskutierte sie am 8. Februar mit ihren Gästen mögliche Folgen des Lockdowns:

  • Gewalt gegen Kinder
  • Häusliche Gewalt
  • Suchterkrankungen
  • Depressionen
  • Vereinsamung

Ein Post mit viel Wirkung

Marlene Lufen hat mit ihrem Video-Kommentar zu den physischen und psychischen Folgen des Lockdowns einen Nerv getroffen. Mehr als 10,8 Millionen Abrufe auf Instagram und über 32.000 Kommentare (Stand: 05.02.2021, 10:00 Uhr) sammelte ihr Post und wurde vielfach geteilt. Vor allem positives Feedback erhielt sie auch von Prominenten wie Motsi Mabuse, Bettina Zimmermann, Sylvie Meis, Ricardo Simonetti oder Chris Tall.

Programmänderung in SAT.1
Um dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen, änderte SAT.1 am Montagabend kurzfristig das Programm. Am 8. Februar 2021, um 20:15 Uhr wurde der Live-Talk "Marlene Lufen: Deutschland im Lockdown" ausgestrahlt.

Diskussionsrunde mit versierten Gästen

Dafür wurden Gäste eingeladen, um über mögliche Auswirkungen des Lockdowns wie Gewalt gegen Kinder, häusliche Gewalt, Suchterkrankungen, Depressionen und Vereinsamung zu diskutieren. Die Teilnehmer*innen waren:

  • Dr. Karella Easwaran, Kinderärztin: "Soziale Isolation bei Kindern und Jugendlichen hat eine nachgewiesene nachteilige Wirkung auf die Gehirnentwicklung und das spätere Verhalten im Erwachsenenalter. Wir müssen die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen schützen, indem wir interdisziplinäre Strategien entwickeln, um diese negativen Folgen zu verhindern." 
  • Tim Raue, Sternekoch: "Es fehlt in diesen Zeiten völlig an Perspektive. Es herrscht komplette Unsicherheit. Niemand weiß, ob er oder sie in zwei Wochen noch einen Job hat. Konstant die Befürchtung und Sorge zu haben, die Arbeit zu verlieren, ins Ungewisse zu laufen, schafft Frustration, Aggression und Demütigung." 
  • Charis Krüger, leidet selbst an Depressionen: "Es ist jeden Tag schwerer, den Sinn meines Lebens zu erkennen, den ich Anfang 2020 endlich wiedergefunden hatte. Viele Symptome, die ich dachte, überwunden zu haben, kommen langsam wieder und schleichen sich in mein Leben. Panikattacken beim Einkaufen, negatives Gedankenkreisen, ohne es beenden zu können, Schlafstörungen. Ich habe Angst, dass alles wieder langsam von vorne beginnt, was ich mir über Jahre hinweg mit meiner Therapie erarbeitet habe."
  • Alexander Löher, Bezirksschülersprecher: "Die Probleme und Sorgen von Kindern und Jugendlichen werden in der Öffentlichkeit nicht genug wahrgenommen: Immer mehr Schüler vereinsamen im Homeschooling, Freundschaften zerbrechen, Hobbys fallen weg, Zukunftspläne platzen. In dieser Situation ist kein normales Erwachsenwerden möglich." 

Im Anschluss an den Talk besuchte Claudia von Brauchitsch in "akte." Bewohnerinnen eines Frauenhauses, die im persönlichen Gespräch berichten, wie der Lockdown die Gewaltsituation in ihrem Zuhause noch weiter verschärfte. Außerdem Thema: der Lockdown-Alltag einer 16-köpfigen Großfamilie in Bielefeld zwischen Lagerkoller und Gewalt-Eskalation.

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