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Alexandra Kilian: "'Top Chef' ist Champions League"

Was erwarten Sie sich von "Top Chef Germany"?

Ich freue mich wahnsinnig auf unsere "Drei-Generationen-Diskussion" über Geschmack in der Jury! Ich erwarte hochkarätiges Essen, hoffe auf Innovatives und freue mich, viele noch unbekannte Kochtalente zu entdecken.

Es ist ihr erster TV-Job in einer deutschen Kochshow. Warum haben Sie "ja" gesagt?

Keine andere Kochshow im deutschen Fernsehen im Wettkampf-Format arbeitet ausschließlich mit Profi-Köchen, das verspricht Tempo, Spannung und Niveau. Und Legende Eckart Witzigmann und Querdenker Schnurr in einer Jury? Da bin ich doch gerne die Dritte im Bunde.

Was sagen Sie zu ihren Mitjuroren? Wie ist die Aufgabenverteilung – falls es eine gibt?

Es ist eine Freude und Ehre, mit Eckart Witzigmann und Peter Maria Schnurr zu arbeiten. Wir haben uns sofort gut verstanden. Ich schätze unsere Diskussionskultur: Wir tauschen uns kontrovers, manchmal mit Nachdruck, aber immer mit Respekt aus. Die Beiden arbeiten aus der Köche-Perspektive und wissen à la minute, was der Koch gemacht hat. Als Journalistin schaue ich auch aus Gästesicht auf das Gebotene – wie erlebt der Gast den Teller, wie nähert er sich dem Gericht? Dieser Perspektivwechsel führt in der Köche-Diskussion durchaus schon mal zur Entscheidung.

Was macht "Top Chef Germany" aus?

"Top Chef Germany" ist ein Spiegelbild dafür, was in der deutschen Gastronomie passiert. Die Szene ist so vielfältig, es gibt die Einflüsse aus Länderküchen, genauso wie aus den unterschiedlichen Regionen. Die Aufgaben, die "Top Chef" stellt, sind vergleichbar mit dem, was ein Koch heute können muss – sich in andere Küchen reinzudenken, Produkte verstehen, sich auf Trends einlassen und immer offen zu bleiben. Insofern ist "Top Chef" ein Köche-Wettbewerb, bei dem wir einen Sieger oder eine Siegerin küren, die in der Gastroszene für Furore sorgen könnte.

Wie wird man Foodkritikerin?

Den Begriff "Foodkritiker" finde ich grundsätzlich schwierig. Das ist kein Beruf, der sich erlernen lässt, und das war auch nicht mein erklärtes Berufsziel. Ich bin studierte Historikerin mit den Nebenfächern Politik, Germanistik und Medienwissenschaften, Absolventin der Axel Springer Akademie ergo ausgebildete Journalistin und habe lange in verschiedenen Ressorts der Welt-Gruppe und Berliner Morgenpost gearbeitet. Stets begleitet seit nun mehr zehn Jahren hat mich die Neugier und das Schreiben über Genuss und die Gastronomie, aus einer persönlichen Leidenschaft und einem schon immer sehr speziellen Geschmacksempfinden heraus. Ich habe jahrelang Milchschaum gelöffelt, statt Kaffee getrunken, weil mich die Konsistenz fasziniert hat! Zu Beginn meiner Arbeit über die Gastronomie wollte ich komplett eintauchen und habe zunächst den Blickwinkel des Kochs eingenommen, habe nächtelang in Profi-Küchen gestanden und beobachtet, mitgemacht, probiert, eine regelmäßige Koch-Kolumne mit Sterneköchen und Porträts, Reportagen über sie geschrieben sowie mich um die aktuelle Berichterstattung von Bewegungen in der Gastronomie gekümmert. Die Fähigkeit, Geschmecktes in Worten ausdrücken zu können war ein langer Lern- und Erfahrungsprozess – meist jedoch ein sehr genussvoller.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Restaurants aus, deren Gerichte Sie dann als Foodkritikerin bewerten?

Für mich zählt Qualität und Geschichte. Qualität spricht für sich selbst: Wenn jemand sich auf höchstem Niveau bewegt – egal, ob es um beste Wirtshausküche oder die Sternegastronomie geht, ist das immer einen Besuch und Artikel wert. Die Geschichte kann die des Koches sein, die eines seiner Gerichte oder die einer ganzen Kochbewegung.

Alexandra Kilian über.... in drei Worten:

Eckart Witzigmann: leidenschaftlich, erfahren, legendär

Peter Maria Schnurr: direkt, ehrlich, Dadaist

Alexandra Kilian: neugierig, schlagfertig, genau