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20 Cent, 1 oder 5 Euro?

Energiekosten: So teuer ist ein Vollbad

  • Aktualisiert: 03.01.2024
  • 15:55 Uhr
  • Vera Motschmann
Wie teuer ist ein Vollbad wirklich? Und ist die Energiebilanz beim Duschen wirklich besser als beim Baden?
Wie teuer ist ein Vollbad wirklich? Und ist die Energiebilanz beim Duschen wirklich besser als beim Baden?© Westend61 GmbH

Ein wärmendes Bad ist im Winter einfach eine Wohltat für Körper und Seele. Doch die Wanne einmal heiß volllaufen zu lassen, gilt nicht gerade als ökologisch. Zudem die Frage: Was kostet der hohe Warmwasserverbrauch eigentlich? Wir haben das mal ausgerechnet.

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Das Wichtigste in Kürze

  • So kannst du die Kosten für dein persönliches Vollbad errechnen.

  • Ist Baden wirklich teurer als Duschen?

Heißes Vergnügen

Gerade im Herbst und Winter ist ein warmes Vollbad herrlich entspannend. Doch das Vergnügen hat inzwischen einen ökologisch schlechten Ruf, denn beim Baden wird in der Regel viel mehr Energie und Wasser verbraucht, als vergleichsweise beim Duschen. Deshalb haben wir mal genauer ausgerechnet, was dich ein Vollbad tatsächlich kostet.

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Was Baden kostet: die Berechnungsgrundlagen

Um die Kosten für ein Vollbad zu ermitteln, müssen die Wasserkosten mit den Energiekosten addiert werden, die nötig sind, um die Wassermenge auf die gewünschte Badetemperatur zu erwärmen.

  • Energiekosten: Ein Liter Wasser kostet rund 0,4 Cent, unter Berücksichtigung aller dazugehörigen Gebühren (Wasserpreis, Grundgebühr, Schmutzwassergebühr).
  • Wassermenge: Der Verbrauch hängt von den Körpermaßen, Badevorlieben und natürlich der Wannengröße ab. Zwar fasst eine Badewanne rund 220 Liter Wasser, dennoch geht man bei einer Berechnung eines Vollbads von einem Wasserverbrauch von 130 Litern aus - schließlich steigt der Wasserpegel noch, wenn man sich in die Wanne setzt. So muss die Wanne nicht bis zum Rand mit Wasser gefüllt sein.
  • Zwischenrechnung: Daraus ergeben sich bei 130 Liter x 0,4 Cent/Liter = 52 Cent Wasserkosten, um ein Vollbad einzulassen. Da noch zuerst ein paar Liter kaltes Wasser durchlaufen müssen, bevor das warme Wasser aus dem Hahn sprudelt, wird das Zwischenergebnis auf 55 Cent Wasserkosten aufgerundet.

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Die Kosten fürs Erwärmen

Die durchschnittliche Wassertemperatur fürs Baden liegt bei 38 Grad Celsius. Jetzt müssen die 130 Liter Wasser noch erwärmt werden. Da die Temperatur des Wassers, das aus der Leitung kommt, 15 Grad beträgt, muss es zusätzlich um 23 Grad erwärmt werden, damit es auf die gewünschten 38 Grad kommt.

Rechengrundlage: Physikalisch werden rund 1,16 Kilowattstunden (kWh) Energie benötigt, um 1.000 Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen. Um 130 Liter von 15 auf 38 Grad aufzuheizen, müssen demzufolge 3,5 kWh Energie aufwendet werden. Bei einer Kilowattstunde handelt es sich um die gleiche physikalische Größe, die sich auch auf der Strom- bzw. Gasrechnung findet. Nämlich einmal als Strom- und einmal als Gaspreis, die jeweils in Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh) abgerechnet werden.

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Warmwasser mit Gas oder Strom?

Nun muss nur noch mit dem entsprechenden Energiepreis multipliziert werden:

Gas: In den meisten Haushalten wird Wasser mit Gas erwärmt. Daraus ergibt sich bei einem Gaspreis von beispielsweise 12 Cent/kWh x 3,5 kWh = 42 Cent, um das Wannenwasser zu erwärmen.

Elektrizität: Hier sind die Energiekosten deutlich teurer - aufgrund des Strompreisdeckels müssen zurzeit 40 Cent/kWh berechnet werden. Das ergibt 1,40 Euro, um ein Vollbad auf die gewünschte Temperatur zu bringen.

Energieverlust: Die genannten Warmwasser-Aufbereitungskosten sind niedrig gegriffen und müssen bei unserer Rechnung noch angeglichen werden. Hintergrund ist, dass bei der Rechnung davon ausgegangen wurde, dass es der Gastherme oder dem elektrischen Durchlauferhitzer gelingt, dem Wasser die nötige Wärmeenergie ohne Verluste zuzuführen. Doch geht beim Transport, dem Umwandeln sowie dem Speichern von Gas, Elektrizität und Wasser an allen möglichen Stellen Energie verloren, wie beispielsweise auf dem Weg von der Therme in die Wanne. Zudem lässt der Dampf, der aus der Wanne entweicht, bereits Wärme im Raum verschwinden.

Daher müssen die zuvor errechneten Kosten von 42 Cent (Warmwasseraufbereitung mit Gas) bzw. 1,40 Euro (mit Strom) noch mal um geschätzte zehn Prozent aufgestockt werden. Daraus ergeben sich 46 Cent bzw. 1,54 Euro.

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Die Schlussrechnung für ein heißes Vollbad

Ein 130-Liter-Wannenbad mit 38 Grad Wassertemperatur kostet aktuell etwa:

  • Mit Gas erwärmt: 55 Cent (Wasserkosten) + 46 Cent (Gaskosten) = 1,01 Euro
  • Mit Strom erwärmt: 55 Cent (Wasserkosten) + 1,54 Cent (Stromkosten) = 2,11 Euro

Zur Info: Wer eine besonders große oder deutlich kleinere Wanne hat oder gerne heißes Wasser nachlaufen lässt, korrigiert die Werte entsprechend nach oben oder unten. Weniger als ein Euro pro Vollbad ist bei den momentanen Energiepreisen kaum realistisch, mehr als fünf Euro dafür auch nicht.

Ist Duschen günstiger als Baden?

Wer spontan denkt, dass Duschen weniger Wasser und Energie verbraucht als ein Vollbad, sollte noch mal nachrechnen. Denn ein Vollbad verbraucht etwa 130 Liter Wasser. Eine längere, heiße Dusche kann die gleiche Menge Wasser verbrauchen. Schließlich lassen viele Duschköpfe über zehn Liter Wasser pro Minute durch, modere Regenduschen auch mal 20 Liter. Wassersparende Duschköpfe können übrigens helfen - welche Modelle besonders effizient sind, verraten die Ergebnisse von Stiftung Warentest. Da in der Regel zwischen sechs und elf Minuten geduscht wird, wird bei der Multiplikation deutlich, dass so manches Duschverhalten den Kosten eines Vollbads gleicht oder sie sogar schon überschreitet.

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