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Nur Bio-Tees konnten überzeugen

Schwarzer Tee im Öko-Test: Einige Produkte enthalte Pestizide und Pflanzengifte!

  • Aktualisiert: 11.01.2024
  • 16:30 Uhr
Eingekuschelt, mit einem Tee auf der Couch, was will man mehr? Wir verraten dir, welche Tees im Öko-Test am besten abschneiden.
Eingekuschelt, mit einem Tee auf der Couch, was will man mehr? Wir verraten dir, welche Tees im Öko-Test am besten abschneiden.© Jasmina - stock.adobe.com

Neben Kaffee gilt schwarzer Tee als beliebter Muntermacher, er wird täglich in großen Mengen getrunken. Nun hat Öko-Test Schwarztee-Produkte im Labor überprüft. Das Ergebnis ist eindeutig: Verbraucher:innen sollten besser zu Bio-Tees greifen. In konventionellen Tees wurden giftige Pestizide wie Glyphosat gefunden. Um welche Tees wir lieber einen Bogen machen sollten.

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Heißgeliebte Seelenwärmer

Eine Tasse wärmender Schwarztee am Morgen macht uns munter und hilft uns nachmittags über ein kleines Formtief. Wird er in Maßen getrunken, gilt er als gesund: Schwarzer Tee ist reich an Antioxidantien, insbesondere Polyphenolen, die dabei helfen, die Blutgefäße zu schützen und den Blutdruck zu senken. Zudem soll das Heißgetränk die Verdauung anregen und die Gehirnfunktion steigern. Nun hat Öko-Test 24 Schwarztees unterschiedlicher Anbieter und Preisklassen im Labor genau unter die Lupe genommen, darunter zehn Bio-Tees. Das Ergebnis reicht von zwei Testsiegern, die mit "sehr gut" abgeschnitten haben, bis zu fünf "ungenügenden" Schlusslichtern, die im Schwarztee-Test durchfallen.

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Wie gut ist schwarzer Tee? Das wurde getestet

Öko-Test untersuchte die Tees im Labor auf eine Reihe von Pestiziden, Anthrachinon, Nikotin, Chlorat, Pyrrolizidinalkaloiden und weitere schädliche oder krebserregende Inhaltsstoffe. Zudem spielten auch die Anbaubedingungen bei der Bewertung eine wichtige Rolle.

Das Ergebnis: Einzig zwei Produkte konnten Öko-Test mit "sehr gut" überzeugen, weitere vier bekamen ein "gut". Zehn Schwarztees bekamen die Note "befriedigend" und drei "ausreichend". Aufgrund besonders hoher Pestizidbelastung sind fünf Marken mit "ungenügend" durchgefallen.

Die beiden Testsieger sind Bio-Marken:

  • Lebensbaum: Assam Schwarztee Broken kräftig-malzig, lose (4,79 Euro/100 Gramm)
  • Tee Gschwendner: Darjeeling FTGFOP1 Pussimbing First Flush, lose (13,80 Euro/100 Gramm)

Beide Testsieger enthalten weder Pestizide noch andere bedenkliche Inhaltsstoffe. Die Hersteller konnten die Lieferketten gegenüber Öko-Test offen legen und faire Arbeitsbedingungen auf den Teeplantagen nachweisen.

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Verbotene Pestizide in Schwarztees gefunden

Öko-Test fand insgesamt zwölf verschiedene Spritzgifte, die teilweise als hochgefährlich gelten. Dazu zählen das unter Krebsverdacht stehende Insektizide Thiacloprid und das hochbienengiftige Insektizid Clothianidin. Außerdem wurde das möglicherweise krebserregende Anthrachinon gefunden, das laut Öko-Test aus der Kohleverbrennung beim Trocknen des Tees entsteht, sowie Nikotin, das vom Tabakanbau in den Teeregionen stammt. In allen getesteten Schwarztees waren die beiden Stoffe allenfalls in Spuren enthalten.

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Pflanzengifte konnten ebenfalls nachgewiesen werden

Nicht nur Pestizidrückstände wurden im Test nachgewiesen, die Tester:innen fanden auch schädliche Pflanzengifte und Chlorat, das aus Reinigungsmitteln stammen, und über einen längeren Zeitraum konsumiert, die Schilddrüse schädigen kann. Aufgrund weiterer negativer Punkte in Sachen faire Arbeitsbedingungen und fehlender Transparenz sind fünf schwarze Tees im Öko-Test mit "ungenügend" durchgefallen. Dazu zählen der Cornwall Ceylon-Assam Schwarzer Tee von Norma sowie die konventionellen Produkte von Kaufland, Rossmann, Aldi Nord und der Tee Handels Kontor Bremen Schwarzer Tee Darjeeling von Holzapfel & Cie.

Aldi nimmt Schwarztee aus dem Sortiment

Die Schwarztee-Mischung "Westminster Tea" von Aldi Nord ist durch den Öko-Test gefallen. Der Discounter reagierte prompt und hat den Tee umgehend aus dem Sortiment genommen. Keine der Discounter- und Supermarkt-Eigenmarken konnte im Schwarztee-Test von Öko-Test wirklich überzeugen.

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Wie können die Pestizide im Tee landen?

Wie ist es überhaupt möglich, dass gesundheitsschädliche Stoffe in den Tees enthalten sind? Das Problem ist, dass die Pestizide nur im Anbau verboten sind. Wenn die Pestizide in anderen Ländern mit weniger strengen Vorschriften gespritzt und schließlich importiert wurden, finden sie sich auch in unseren Tees wieder.

Kritik an fehlendem fairen Teeanbau

Bestandteil des Tests war, Angaben über die Herkunftsländer der Teeblätter sowie die Arbeitsbedingungen der Arbeiter:innen auf den Teeplantagen zu prüfen. Immerhin konnte mehr als die Hälfte der Teehersteller ihre gesamte Lieferkette transparent belegen. Doch vollständig überzeugt ist Öko-Test nach eigener Aussage nur von den beiden genannten Testsiegern. Lebensbaum und Tee Gschwendner können für ihre schwarzen Tees eine Strategie für existenzsichernde Löhne nachweisen sowie faire und sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten.

4 Bio-Tees bekommen "gut"

Folgende Schwarztees bekamen Punktabzug, weil sie ihre unternehmerischen Sorgfaltspflichten nicht lückenlos belegen konnten:

  • Alnatura: Darjeeling Blatt Blumig-Feinherb, lose (4,36 Euro/100 Gramm)
  • Gepa: Darjeeling Schwarztee Bio Fair, lose (6,99 Euro/100 Gramm)
  • Teekanne: Bio Schwarzer Tee Klassik feinaromatisch, 20 Beutel (5,69 Euro/100 Gramm)

Wir berichten regelmäßig: Vorsicht, Öko-Test hat ein Hormongift in nahezu allen Konserventomaten entdeckt. In Haferflocken stecken ebenfalls Giftstoffe. Welche Color-Waschmittel du bedenkenlos verwenden kannst, verraten wir hier. Auch Zahnpasta-Marken hat Öko-Test untersucht - mit erschreckenden Ergebnissen. Zudem wurde bei Kinderzahnpasta nachgebessert und diese wurden erneut getestet, das Ergebnis findest du hier.

In konventionellen Tees Glyphosat gefunden

Bei den konventionellen Tees konnte im Test kein Produkt überzeugen. Kein Schwarztee ist besser als "befriedigend", fünf Tees fallen sogar mit "ungenügend" durch. Das liegt zum einen an fehlenden Nachweisen zur Lieferkette und den Arbeitsbedingungen in Indien, Sri Lanka, Kenia und anderen afrikanischen Staaten.

Zum anderen fand Öko-Test in jedem konventionellen Schwarztee Rückstände des Spritzgiftes Glyphosat. Das Unkrautvernichtungsmittel steht seit Jahren in der Kritik, die EU stimmt im November erneut darüber ab, ob Glyphosat in der EU eine Zulassung für weitere zehn Jahre erhält.

Tipp: Alle Testergebnisse können in der November-Ausgabe 2023 von Öko-Test oder auf ökotest.de nachlesen werden.

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