Flutwarnung im Norden, Schulen in NRW dicht
Schwere Sturmfronten bedrohen Deutschland
- Veröffentlicht: 18.02.2022
- 13:56 Uhr
- dpa
In vielen Regionen Deutschlands werden gefährliche Orkanböen erwartet. In Nordrhein-Westfalen schließen sicherheitshalber die Schulen. An der Küste gilt eine Sturmflutwarnung.
Zwei Orkantiefs in schneller Folge sorgen für Unwetterwarnungen in vielen Teilen Deutschlands. An der Nordsee besteht die Gefahr einer Sturmflut. Schon am Mittwochabend soll der Wind den Vorhersagen zufolge mächtig aufdrehen, teils könnte er Orkanstärke erreichen.
Sturmfronten bedrohen Deutschland
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach gab für Mittwochabend bis Donnerstagabend eine Unwetterwarnung hauptsächlich für die nördliche Hälfte des Landes heraus. Behörden mahnten zur Vorsicht wegen umstürzender Bäume. Die Deutsche Bahn riet, sich über mögliche Verspätungen oder Zugausfälle zu informieren. In Nordrhein-Westfalen fällt der Unterricht an allen Schulen am Donnerstag wegen des befürchteten Unwetters aus, wie Landesschulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag sagte.
"Es fängt im Nordwesten an und zieht dann Richtung Südosten bis etwa zur Mitte Deutschlands", erklärte DWD-Meteorologe Adrian Lyser. Es seien Orkanböen mit einem Tempo bis zu 120 Stundenkilometer möglich. In einigen Regionen - etwa im Harz - gingen die Vorhersagen sogar darüber hinaus. Auch im Süden Deutschlands trafen die Behörden Vorkehrungen.
Ab Donnerstagnachmittag lässt der Wind von Tief "Ylenia" laut DWD zwar langsam nach. Die Verschnaufpause dürfte jedoch nur kurz sein. Bereits für Freitagmittag wird das nächste Orkantief - "Zeynep" genannt - von den Britischen Inseln kommend erwartet.
Schulen in NRW bleiben wegen Unwetter zu
Laut DWD wird wahrscheinlich wieder vor allem die nördliche Hälfte betroffen sein. Doch die Prognosen seien hierbei nicht ganz sicher: "Die Modelle haben da immer noch sehr unterschiedliche Simulationen", sagte der Pressesprecher und Meteorologe Andreas Friedrich. Die Wetterlage sei sehr dynamisch.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte für die Nordseeküste vor der Gefahr einer Sturmflut in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. An der nordfriesischen Küste und im Weser- und Elbegebiet wird das Hochwasser ein bis 1,5 Meter höher sein als normal, wie das BSH am Mittwochmorgen mitteilte.
Im Hamburger Elbegebiet erreiche es Werte, die 1,5 bis zwei Meter höher als das mittlere Hochwasser lägen. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 5.00 Uhr am Donnerstagmorgen. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei kündigte an, dass die Fahrten zwischen Schlüttsiel in Nordfriesland und den Halligen am Donnerstag nicht stattfinden. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft.
Die Deutsche Bahn teilte mit, dass für den Zeitraum Donnerstag/Freitag Kulanzregelungen für die Gültigkeit bereits gekaufter Fernverkehrstickets gelten würden. Möglich seien eine flexiblere Nutzung über mehrere Tage oder kostenfreie Stornierung.